Zuwanderung dämpft Mangel an Fachkräften

07. Juli 2022 12:52

Bern - Der wirtschaftliche Aufschwung nach der pandemiebedingten Krise hat den Fachkräftemangel erneut verstärkt. Im Berufsfeld IT ist das inländische Potenzial nahezu ausgeschöpft, ausländische Fachkräfte spielen hier eine wichtige Rolle. Dies zeigt eine Erhebung des Bunds.

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt seien weitgehend überwunden, die wirtschaftliche Erholung habe in verschiedenen Branchen erneut zu Arbeitskräftemangel geführt, erläutert das Staatssekrektariat für Wirtschaft (SECO) in einer Mitteilung. Es stützt sich dabei auf den diesjährigen Bericht des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Ihm zufolge bleibe die Personenfreizügigkeit „zur bedarfsgerechten Deckung der Arbeitskräftenachfrage wichtig“. „Die Rekrutierung im Ausland wirkte den Engpässen auf dem Arbeitsmarkt entgegen und unterstützte damit die Wirtschaftsentwicklung“ , schreibt das SECO. 

Das Observatorium hat sich dabei insbesondere mit der Situation im Berufsfeld IT auseinandergesetzt. Hier sei das inländische Arbeitskräftepotenzial bei einer Erwerbsbeteiligung von 92,2 Prozent praktisch vollständig ausgeschöpft, heisst es in der Mitteilung. Knapp ein Drittel der Stellen im Berufsfeld IT sind von Arbeitskräften aus dem Ausland besetzt. In der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil ausländischer Erwerbstätiger bei 26 Prozent. 

Insbesondere im Berufsfeld IT spiele neben der Personenfreizügigkeit zusätzlich auch die Anwerbung von Fachkräften aus Drittstaaten eine wichtige Rolle, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Konkret werden hier Indien, Grossbritannien und die USA genannt. Auch wenn Fachkräfte aus Drittstaaten gesamtwirtschaftlich nur einen geringen Teil der rekrutierten ausländischen Arbeitskräfte bildeten, falle die Zuwanderung aus Drittstaaten via Kontingentsystem bei den am stärksten wachsenden Berufsgruppen stark ins Gewicht, erläutert das SECO. hs

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