Zur Rose kämpft gegen Versandhandelsverbot

31. Oktober 2016 13:56

Frauenfeld - Die deutsche Regierung arbeitet an einem Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose will sich dadurch nicht bremsen lassen.

Es sei zu erwarten gewesen, „dass die deutsche Apotheker-Lobby reagiert“, kommentiert Zur Rose-CEO Walter Oberhänsli in der „Neuen Zürcher Zeitung“ die Ankündigung des deutschen Gesundheitsministers Herrmann Gröhe. Erst kurz zuvor hatte das Zur Rose-Tochterunternehmen Doc Morris vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg einen Entscheid erwirkt, nach dem sich Versandapotheken mit Sitz im Ausland nicht an die deutsche Preisbindung halten müssen. Damit hatte Zur Rose seinen Kunden wieder Rabatte gewähren können. 

Oberhänsli bezeichnete den Versuch, „eine ganze Branche per Gesetz vom Online-Versandhandel ausschliessen zu wollen“, als „nicht zeitgemäss“. Die vom deutschen Apothekerverband angeführte Gewährleistung einer flächendeckenden Versorgung über ortsnahe Apotheken sei beispielsweise auch durch die Lockerung von gesetzlichen Anforderungen an Apotheken zu bewerkstelligen. 

Der Marktanteil des Versandhandels bei Medikamenten beträgt in Deutschland rund 2 Prozent, der entsprechende Wert der Schweiz liegt bei 9 Prozent. Ein Apothekensterben sei in der Schweiz jedoch nicht zu bemerken, so Oberhänsli im NZZ-Bericht. hs

Aktuelles im Firmenwiki