ZHK-Direktorin Regine Sauter, Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer, ZHK-Präsidentin Karin Lenzlinger und Regierungsrätin Carmen Walker Späh bei der ZHK-Generalversammlung. Foto: ZHK/André Springer

Zürich muss seine Innovationskraft stärken

07. Juli 2022 14:06

Zürich - Der Innovationsstandort Zürich steht unter Druck. Deshalb ist politisch Pioniergeist und Führungswille gefragt, so der Tenor der Generalversammlung der Zürcher Handelskammer. 

Der Standort Zürich hat sich in den vergangenen Krisen resistent gezeigt. Doch nationale und internationale Ranglisten zeigen, dass der Druck wächst. Darüber brachte die Präsidentin der Zürcher Handelskammer, Karin Lenzlinger, an der ZHK-Generalversammlung am 7. Juli ihre Sorge zum Ausdruck. „Es braucht auch politisch wieder Pioniergeist, mehr Mut und weniger Kleinklein“, sagte sie. Dafür plädierte auch ZHK-Direktorin Regine Sauter bei der Präsentation des Jahresberichts 2021. Essentiell für den Standort ist laut Sauter die Verbesserung des Verhältnisses zur Europäischen Union und die weitere Förderung der Innovationskraft. Bei letzterem gehe es auch um die Bekanntheit innovativer Unternehmen aus der Region, welche die ZHK unter anderem mit der Kampagne „Zürcher Wirtschaft sichtbar machen“ unterstütze. 

Im Rahmen der Vorstandswahlen für die kommende zweijährige Amtszeit wurden 33 Mitglieder einstimmig wiedergewählt. Drei neue Wirtschaftsvertreter ersetzen zudem scheidende Mitglieder: Im Vorstand vertreten sind nun auch Romeo Lacher, Verwaltungsratspräsident der Julius Bär Gruppe AG und Bank Julius Bär & Co., Roman Geiser, Executive Chairman und Mitinhaber des Kommunikationsunternehmens Farner International, und André Helfenstein, CEO der Credit Suisse Schweiz. Der Vorstand umfasst Personen aus allen gewichtigen Branchen der Zürcher Wirtschaft, darunter neun Frauen. Die Versammlung drückte Präsidentin Karin Lenzlinger einstimmig ihr Vertrauen für eine weitere Amtsperiode aus. 

Die Gastrednerin Lena-Lisa Wüstendörfer legte Zeugnis ab vom Schweizer Innovationsgeist. Sie ist Musikdirektorin des ersten national agierenden Orchesters in der Schweiz, dem Swiss Orchestra, und Intendantin der Konzertreihe Andermatt Music. Lena-Lisa Wüstendörfer zeigte Parallelen zwischen sich als Dirigentin und einer Führungsperson in der Wirtschaft auf. Erstens gehe es um die effiziente Koordination des komplexen Ganzen für ein optimales Resultat. „Zweitens brauche ich die besten Mitarbeitenden, die alles geben für die Realisierung meiner Vision“, sagte sie. Wüstendörfer will in Vergessenheit geratene klassische und romantische Komponisten aus der Schweiz wieder zum Klingen bringen. So spielt das Swiss Orchestra Stücke des 1770 bei Neuenburg geborenen Jean Baptiste Édouard Du Puy. Dabei baut das Orchester für seine Pionierarbeit massgeblich auf private Unterstützung – etwa durch den Rückversicherer Swiss Re. yvh

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