Zürcher Simulator macht Schiffe effizient

08. Juli 2016 09:40

Zürich - Eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich bringt einen virtuellen Prüfstand auf den Markt, der die Motoren von Hochseeschiffen optimieren kann. Die Simulationseinheiten sollen Reedereien viel Geld sparen.

Vir2sense ist eine neue Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Die Jungfirma will die Motoren von Hochseeschiffen mithilfe einer Simulationseinheit optimieren. Die beiden Maschineningenieure Panagiotis Kyrtatos und Christophe Barro haben in den vergangenen acht Jahren Verbrennungs- und Emissionsmodelle entwickelt, welche in einem realen Motor als virtuelle Sensoren verwendet werden können. Mit diesen können Motoreinstellungen von grossen Schiffen kontinuierlich simuliert werden. Dies hilft, die aktuellen Betriebsbedingungen optimal bezüglich Treibstoffverbrauch und Emissionen anzupassen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die ETH-Entwicklung soll Reedereien viel Geld sparen. Bis zu 80 Prozent der Kosten eines Hochseeschiffes gehen auf das Konto von Treibstoff. Zudem sehen sich die Reedereien immer strengeren Abgasvorschriften gegenüber. Bereits heute tauschen Schiffseigner deswegen einzelne Motorkomponenten für einen effizienteren Betrieb aus – etwa bei tieferer Geschwindigkeit. Dabei verlassen sie sich jedoch nur auf Erfahrungswerte. Der Simulator von Vir2sense kann hingegen genau messen, wann welche Einstellung am effizientesten ist. Die virtuelle Testumgebung erspart den Reedern nicht nur die ständige Kalibrierung, sondern auch deren fortwährenden Ersatz. Dadurch sparen sie viel Geld. Vir2sense will ihre Simulationseinheiten für 20.000 bis 30.000 Franken anbieten. Innerhalb eines Jahres könne dieser Betrag bereits amortisiert werden. ssp

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