Zürcher Rechenzentren sollen mit Wärmeverbunden kooperieren

03. November 2022 12:49

Zürich - Rechenzentren im Kanton Zürich sollen verpflichtet werden, ihre Abwärme Wärmeverbunden zukommen zu lassen. Ein entsprechendes Postulat ist vom Kantonsrat an den Regierungsrat ergangen. Die Zürcher Handelskammer unterstützt den Vorstoss.

Der Zürcher Kantonsrat hat mit 139 zu 28 Stimmen bei einer Enthaltung einem Postulat von GLP, SP und EVP zugestimmt. In diesem wird gefordert, dass im Kanton ansässige Rechenzentren ihre Abwärme Wärmeverbunden zur Verfügung stellen. Wenn keine regionalen Wärmeverbunde existieren, sollten solche eingerichtet oder die Abwärme anderweitig genutzt werden. Nach Annahme im Kantonsrat ist der Regierungsrat nun verpflichtet, innerhalb eines Jahres einen Vorschlag für die Umsetzung des Postulats auszuarbeiten. 

Als Begründung führen die Initianten des Postulats eine drohende Stromlücke und den im Rahmen von intelligenter Industrie, E-Mobilität und anderen Digitaltechnologien steigenden Bedarf an Rechenzentren an. Die nachhaltige Nutzung der Abwärme könne zudem zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Darüber hinaus sieht das Postulat die Einrichtung einer Fachstelle Synergie und Wärmeenergie beim Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich vor. Sie soll die Betreiber von Rechenzentren insbesondere beim Umstieg auf Green-Grid-Technologien unterstützen. 

Die Zürcher Handelskammer (ZHK) unterstützt den Vorstoss. „Die Abwärme zu nutzen ist sinnvoll – vorhanden ist sie ohnehin, Synergien zu nutzen schafft Mehrwert“, erläutert die ZHK in einer entsprechenden Mitteilung. Bei der Umsetzung fordert die ZHK maximal grosse unternehmerische Freiheit innerhalb eines vom Regierungsrat definierten Rahmens ein. Zudem müsse eine Einzellfallbetrachtung möglich bleiben, damit die Vorgaben für die Abwärme nicht die Einrichtung von Rechenzentren an ansonsten sinnvollen Standorten verhindern. hs

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