Zürcher Forscher ermöglichen tiefe Einblicke ins Gehirn

28. Mai 2021 14:14

Zürich - Ein Gruppe von Forschern der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat eine neue Mikroskopietechnik entwickelt. Sie stellt Prozesse im Gehirn in hochauflösenden Bildern dar. Sie könnten das Verständnis kognitiver Funktionen und Krankheiten verbessern.

Bislang können neuronale Prozesse im Gehirn nur mit operativen Methoden beobachtet werden, erläutert die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung. Eine Gruppe von Forschenden der UZH und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben hier einen Ansatz für Abhilfe geschaffen. Unter der Leitung von Daniel Razansky, Professor für biomedizinische Bildgebung an der UZH und der ETH, hat eine fluoreszenzmikroskopisches Verfahren  entwickelt, mit dem Prozesse im Gehirn in hochauflösenden Bildern dargestellt werden können.

Bei der Fluoreszenzmikroskopie wird ein fluoreszierendes Kontrastmittel injiziert, das unter Lichtbestrahlung leuchtet. Lebendes Gewebe absorbiere Licht jedoch selbst, so dass bisherige Verfahren nur unscharfe Bilder vom Gehirn lieferten, wird in der Mitteilung erläutert. Die Zürcher Forscher nutzten für ihr Verfahren einen ganz bestimmten Spektralbereich, das sogenannte Nahinfrarotfenster. Gleichzeitig wurde ein neues, im gewählten Spektralbereich stark fluoreszierendes Kontrastmittel eingesetzt. „Dadurch konnten wir sowohl die Hintergrundstreuung als auch die Absorption und intrinsische Fluoreszenz des Gewebes stark reduzieren“, erläutert Razansky.

Das neue Bildgebungsverfahren soll neue Einblicke in die kognitive Prozesse und Krankheiten des Gehirns ermöglichen. „Die Visualisierung biologischer Prozesse tief im lebenden und unversehrten Gehirn ist sowohl für das Verständnis kognitiver Funktionen als auch neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson von entscheidender Bedeutung“, erklärt Razansky. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Technik „längerfristig auch zu neuen Therapiemöglichkeiten führt“. hs

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