Zürcher Chemiker machen Methan nützlich

Methan ist ein häufig vorkommendes und billiges Gas, das etwa auf Erdölfeldern oder Raffinerien anfällt und zumeist nutzlos verbrannt wird. Der Grund dafür ist, dass es wirtschaftlich nicht rentabel ist, das Gas in die reaktionsfreudigere Flüssigkeit Methanol umzuwandeln, erklärt die Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in einer Mitteilung. Im industriellen Massstab sei die Umwandlung derzeit nur mit einer indirekten und energieintensiven Methode möglich, wobei mit der Produktion von Synthesegas ein Zwischenschritt anfällt.

Zwar sei die direkte Umwandlung von Methan bereits möglich, die Methode dazu habe es jedoch noch nie aus dem Forschungslabor geschafft. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Temperaturen die benötigt werden und nur im Reaktionsbehälter erzeugt werden können.

Forscher der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts haben nun im Rahmen einer Studie einen neuen Weg aufgezeigt, bei dem die direkte Umwandlung auch bei konstanten Temperaturen stattfinden kann.  Dafür setzten die Wissenschaftler auf einen grösseren Druck. Eins zu eins in der Industrie anwendbar sei der neue Ansatz zwar noch nicht. Er eröffne jedoch ganz neue Möglichkeiten.

Die Industrie habe grosses Interesse daran, den billigen Rohstoff besser zu verwerten, erklärt Jeroen van Bokhoven, Professor für heterogene Katalysatortechnik an der ETH Zürich und Leiter des Labors für Katalyse und nachhaltige Chemie am Paul Scherrer Institut. Zudem falle wegen der weltweit zunehmenden Förderung von Schiefergas immer mehr Methan an. ssp