Zielgerichtete Kontrollen helfen gegen Lohndumping

11. Mai 2017 15:46

Bern - 2016 wurden im Rahmen der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit fast 42.000 Kontrollen durchgeführt. Damit wurde die Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen bei rund einem Drittel der entsandten Arbeitnehmer und selbständigen Dienstleistungserbringer kontrolliert.

Die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit wirken. Die Kontrollorgane haben 2016 insgesamt 41.829 Kontrollen durchgeführt und dabei die Lohn- und Arbeitsbedingungen von 163.861 Personen überprüft, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilt. Das ist ein Rückgang von 7 und 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber immer noch die zweithöchste Kontrollintensität seit 2008. Damit wurden 36 Prozent aller entsandten Arbeitnehmer und 32 Prozent aller selbständig erwerbenden Dienstleistungserbringer erfasst.

In den Bereichen Dienstleistungen für Unternehmen und dem Handel wurden bei rund 12 Prozent der Unternehmen in der Schweiz Lohnunterbietungen festgestellt. In 45 Prozent der Verständigungsverfahren wurden Lohnnachzahlungen und Lohnerhöhungen vereinbart. Bei Dienstleistungserbringern aus der EU wurden in Betrieben, die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträgen unterliegen, etwa in jedem vierten Betrieb Verstösse gegen die Lohnbestimmungen festgesellt. Als Folge der 7444 Betriebskontrollen wurden 1429 Konventionalstrassen auferlegt. Zudem wurde der Status von rund 7000 selbständigen Dienstleistungserbringern kontrolliert. Nur bei 6 Prozent wird eine Scheinselbständigkeit vermutet

Aus der Sicht des Verbandes Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden zeigt der Bericht des Seco, „dass die flankierenden Massnahmen die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt wirksam schützen“, wie der Verband in einer Mitteilung schreibt. Die kantonalen Behörden setzten sich weiterhin dafür ein, den Vollzug der flankierenden Massnahmen „kontinuierlich zu verbessern“. stk

Aktuelles im Firmenwiki