ZHK lehnt Anreize gegen Jugendarbeitslosigkeit ab

10. September 2021 11:55

Zürich - Der Zürcher Regierungsrat hat sich gegen Anreize für die Weiterbeschäftigung von abgehenden Lehrlingen ausgesprochen. Die Zürcher Handelskammer (ZHK) schliesst sich dem Votum des Regierungsrats an. Ein solches Anreizsystem sei weder notwendig noch zielführend.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten Kantonsräte  von SVP, Grünen und EVP den Regierungsrat zur Schaffung eines Konzepts aufgefordert, das Unternehmen Anreize zur Weiterbeschäftigung abgehender Lehrlinge liefert. Erhebungen des Regierungsrats hätten ergeben, dass dafür kein Anlass bestehe, schreibt die ZHK in einer Mitteilung. Konkret habe die Arbeitslosigkeit von Lehrabgehenden im Sommer 2021 „leicht unter dem Vorkrisenniveau“ gelegen. Das für diese Jahr prognostizierte Wirtschaftswachstum dürfte „den bereits feststellbaren Rückgang der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit festigen“, meint die ZHK.

Aufgrund dieser Feststellungen plädiert der Regierungsrat dafür, auf ein Anreizkonzept zu verzichten. Die ZHK schliesst sich diesem Votum an. Die Mehrheit ihrer Mitglieder habe keine Notwendigkeit für ein Anreizsystem gesehen, erläutert die ZHK. „Die befragten Unternehmen sind sich dem Wert der dualen Berufsbildung in der Schweiz bewusst und sehen es deshalb als ihre Verantwortung an, auch in Krisenzeiten ihren Beitrag zu leisten und sich mittels interner Lösungen für die Weiterbeschäftigung der Lernenden einzusetzen.“ Die ZHK hält ein Anreizsystem zudem für „nicht zielführend“. Bei fehlenden offenen Stellen würden dadurch höchstens „künstliche“ Stellen geschaffen, mit denen Betriebsschliessungen „nicht verhindert“, sondern „höchstens verzögert werden“. hs

 

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