ZHK fordert Nachbesserungen bei Reform der Verrechnungssteuer

12. Juni 2020 10:12

Zürich - Die Zürcher Handelskammer (ZHK) sieht die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz durch die Reform der Verrechnungssteuer gestärkt. Das vorgeschlagene Zahlstellenmodell wird von ihr jedoch als zu komplex und schwierig umsetzbar kritisiert.

Das bisherige Verfahren zur Rückforderung des Verrechnungssteuerabzugs halte ausländische Anleger von Investitionen in verrechnungssteuerpflichtige Anlagen ab, schreibt die ZHK in einer Mitteilung. Unternehmen seien daher „faktisch gezwungen, Obligationen im Ausland zu emittieren“, heisst es dort weiter. „Dies trocknet den Schweizer Fremdkapitalmarkt aus und verwehrt Finanzinstituten in der Schweiz eine Geschäftstätigkeit“, meint die ZHK.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Handelskammer den Vorstoss des Bundesrats, bei der Verrechnungssteuer vom Schuldnerprinzip auf ein Zahlstellenprinzip zu wechseln. Die Reform sieht den Verzicht auf einen Abzug der Verrechnungssteuer bei Zinserträgen ausländischer Anleger und inländischer juristischer Personen vor.

Diese Stossrichtung wird von der ZHK „im Grundsatz“ begrüsst, heisst es in der Mitteilung weiter. Das vom Bundesrat vorgeschlagene konkrete Zahlstellenmodel wird von der ZHK jedoch als „zu komplex und objektiv schwierig umsetzbar“ kritisiert. „Die Reform sollte sich im Interesse der Bewältigung der ausserordentlichen Komplexität auf die Kernbereiche beschränken“, schlägt die Handelskammer vor. Allfällige Anpassungen bei strukturierten Produkten und Ersatzzahlungen sollten „auf einen späteren Zeitpunkt“ verschoben werden. Auf lange Sicht hält die ZHK eine gänzliche Abschaffung der Stempelabgaben für erforderlich. hs

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