ZHAW-Forschende entwickeln Wildschweinschreck

10. Januar 2019 13:36

Winterthur - Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben eine akustische Methode entwickelt, um Wildschweine von Feldern fernzuhalten. Der Wildschweinschreck nutzt unter anderem die Warnrufe der Tiere.

Der Wildschweinbestand in der Schweiz wächst seit Jahrzehnten beständig an, informiert die ZHAW in einer Mitteilung. Die intelligenten Tiere richten jährlich Millionenschäden in landwirtschaftlich genutzten Flächen an. Um die Tiere von Feldern fernzuhalten, werden bisher hauptsächlich Zäune und gezielte Abschüsse von Jungtieren eingesetzt.

„Wir wissen noch viel zu wenig über Wildschweine, aber sie sind clever, anpassungsfähig und weichen dem Jagddruck aus“, wird Stefan Suter von der Forschungsgruppe Wildtiermanagement der ZHAW in der Mitteilung zitiert. Er und seine Forscherkollegen haben eine akustische Methode entwickelt, welche die klassischen um „eine zusätzliche, flexible und intelligente Präventionsmethode“ ergänzen soll, erläutert Suter.

Der von den ZHAW-Forschern entwickelte Wildschweinschreck besteht aus zwei batteriebetriebenen Lautsprecherboxen, aus denen aufgezeichnete Warnrufe von Wildschweinen und andere Laute abgespielt werden, welche die Tiere mit Gefahr in Verbindung bringen. Welche Laute wie lange abgespielt werden, entscheidet eine Steuerungsbox. Ein- und ausgeschaltet wird das Gerät zudem automatisch über einen integrierten Lichtsensor.

Ein von den Forschern mit markierten und GPS-Sendern ausgestatteten Wildschweinen durchgeführter Feldversuch habe ergeben, dass keine Methode absoluten Schutz vor Feldschäden bietet, heisst es weiter in der Mitteilung. Auf präventiv geschützten Feldern seien die Schäden jedoch „signifikant kleiner“ als auf ungeschützten landwirtschaftlichen Flächen. Den Forschern zufolge sind die Präventionsmethoden zudem wichtig, um den Tieren den Zugang zu energiereicher Nahrung zu erschweren und damit ihr Populationswachstum einzudämmen. hs

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