Zentrum für Angewandte Glaziologie untersucht Klima im alpinen Raum

10. Juni 2020 13:01

Chur/Samedan GR - Die Fachhochschule Graubünden und die Academia Engiadina haben ein Zentrum für Angewandet Glaziologie eingerichtet. Sein Schwerpunkt soll auf dem Klimamanagement im alpinen Raum liegen. Erste Forschungsprojekte laufen bereits.

„Im Zusammenhang mit den ersten sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels nahmen nicht nur die Fragen rund um die Gletscherschmelzen und den Permafrost sondern auch die Herausforderungen im Tourismus markant zu, wie etwa bei Wintersportanlässen auf den gefrorenen Oberengadiner Seen“, erläutert die Fachhochschule Graubünden (FH Graubünden) in einer Mitteilung. Mit seinen alpinen Regionen sei der Kanton Graubünden hier besonders betroffen, heisst es dort weiter.

Gemeinsam mit der Academia Engiadina hat die FH Graubünden daher ein Zentrum für Angewandte Glaziologie (ZAG) eingerichtet, das sich dem Klimamanagement im alpinen Raum widmen soll. „Es ist die erste Kooperation dieser Art in der Schweiz“, wird der Glaziologe Felix Keller von der Academia Engiadina in der Mitteilung zitiert. Die beiden Forschungsinstitutionen haben bereits mit weiteren Fachhochschulen und Industriepartnern bei der Entwicklung eines bodenunabhängigen Beschneiungssystems von Gletschern zusammengearbeitet.

Erste Projekte stellt das ZAG auf seinem Internetportal vor. Unter anderem wird am Morteratschgletscher ein Verfahren zur Erhaltung von Gletschern als Süsswasserspeicher entwickelt. Die im neuen Zentrum erworbenen Kenntnisse wollen die beiden Hochschulen aber auch in ihre Ausbildung, insbesondere in den Fachrichtungen Tourismus, Architektur und Bauingenieurswesen, einfliessen lassen. „Dadurch kann über die Absolvierenden die ganze Region profitieren“, erläutert Imad Lifa, Leiter des Instituts für Bauen im alpinen Raum an der FH Graubünden. hs

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