Wirtschaftsstandort Zürich stärkt nach der Krise sein Netzwerk

25. Juni 2021 12:06

Zürich - Der Zürcher Wirtschaftsstandort richtet sich in der Post-Corona-Zeit noch stärker als Innovationsraum aus. Zu diesem Ziel spannen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik noch enger zusammen und haben auf der Konferenz „Gemeinsam für Zürich“ eine Dialogplattform lanciert.

„Innovation kann nur gemeinsam funktionieren, indem Silodenken überwunden und über Sektoren hinweg gearbeitet wird“, formulierte Regierungsrätin Carmen Walker Späh als eine der Gastgeberinnen das Motto der Konferenz „Gemeinsam für Zürich“. Lanciert wurde hier eine Dialogplattform für Ideen, wie sich der Zürcher Wirtschaftsstandort nach der Corona-Pandemie noch besser für die Zukunft aufstellen könnte. Auf der ersten externen Veranstaltung nach der Sanierung kamen im Kongresshaus Zürich 22 hochkarätige Referentinnen und Referentinnen zu Wort; digital konnte sich jeder Interessierte mit Fragen und Bemerkungen einschalten. Eingeladen hatten die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich und die Stadtentwicklung Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Bankiervereinigung, dem Zürcher Bankenverband, Zürich Tourismus und der Wirtschaftszeitung „Finanz und Wirtschaft“.

Dabei festigte die Konferenz einen Dialog, der bereits seit geraumer Zeit in Zürich gross geschrieben wird. Stadtpräsidentin Corine Mauch wies darauf hin: „Seit der Finanzkrise ist die Zusammenarbeit stark intensiviert worden.“ Und Referenten bestätigten, genau dieser Faktor habe die Standortqualität positiv beeinflusst. So sagte Patrick Warnking, Country Director von Google Schweiz: „Einer der grossen Stärken von Zürich besteht darin, dass man im Dialog ist.“ Die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und dem privaten Sektor funktioniere ausgezeichnet, so Warnking.

Die Corona-Kredite als positives Beispiel und der Reformbedarf auf Seiten des Staates waren zentrale Aspekte, die im Folgenden intensiv diskutiert wurden. Urs Gauch, Mitglied der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, wies darauf hin, dass rund 70 Prozent der Gelder zur Stabilisierung der Unternehmensfinanzen genutzt worden seien.

In diesem Kontext standen zahlreiche Forderungen in Bezug auf einfachere, digitale Prozesse der öffentlichen Hand und Reformen etwa im Arbeitsmarkt. Der Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, Peter Grünenfelder, ging darauf ein, wie Wirtschaftskrisen als Katalysatoren wirken könnten. Er sagte: „Covid 19 hat einen digitalen Wachstumsimpuls gebracht.“ Grünenfelder und etwa auch Regine Sauter, Nationalrätin und Direktorin der Zürcher Handelskammer (ZHK), folgerten, dass der öffentliche Sektor nun bei Entbürokratisierung und Digitalisierung nachziehen müsse. Hier bestehe eindeutig Nachholbedarf.

Zur Konferenz war auch Bundesrat Ueli Maurer gekommen, der die Initiative ausdrücklich begrüsste. Dabei erklärte er aber auch deutlich: „Selbst Zürich hat noch Luft nach oben.“ Auch die besten Rahmenbedingungen könnten nur dann ihre Wirkung voll entfalten, wenn proaktive Persönlichkeiten Chancen nutzen und etwas daraus machten. „Dazu braucht es den absoluten Willen, auf das Siegerpodest zu kommen sowie ein starkes Netzwerk“, so Maurer. yvh

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