Wirtschaftskriminalität geht zurück

15. März 2018 14:52

Zürich - Im vergangenen Jahr wurden 59 Fälle von Wirtschaftskriminalität an Schweizer Gerichten behandelt. Das Schadensvolumen ging mit 426 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr zurück, zeigt ein KPMG-Bericht. Den höchsten Gesamtschaden verursachten Manager.

Die 59 Fälle von Wirtschaftskriminalität verursachten 2017 einen Schaden von 426 Millionen Franken. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als das Schadensvolumen bei 1,4 Milliarden Franken lag. KPMG weist allerdings drauf hin, dass das Jahr 2016 von einem besonders schweren Fall mit einem Schadensvolumen von 800 Millionen Franken geprägt war. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 512 Millionen Franken ist das Schadensvolumen 2017 also nur leicht zurückgegangen.

Die häufigsten Delikte im Bereich der Wirtschaftskriminalität waren 2017 gewerbsmässiger oder einfacher Betrug sowie Veruntreuung. Die Motivation der Täter lag dabei oft in der Finanzierung eines aufwendigen Lebensstils oder einer Tilgung von Schulden. Privatanleger galten erneut als die am stärksten betroffene Opfergruppe.

Den höchsten Gesamtschaden haben mit 120,9 Millionen Franken Manager zur verantworten. Angestellte wiesen eine Schadensumme von insgesamt 117,4 Millionen Franken auf. Allerdings sinkt die Summe nach Abzug eines Einzelfalls in der Höhe von 100 Millionen Franken auf 17,4 Millionen.

Das KPMG Forensic Fraud Barometer erfasst jedes Jahr die öffentlich verhandelten und medial publizierten Gerichtsfälle. Das Beratungsunternehmen betont jedoch in seiner Mitteilung, dass der Grossteil der Straftaten nicht zur Anzeige gebracht wird. „Die Gründe hierfür liegen in der Angst der Unternehmen vor Reputationsschäden, sollten die Vergehen an die Öffentlichkeit gelangen“, erklärt Matthias Kiener, Leiter Forensik bei KPMG Schweiz. Ausserdem spiele es auch eine Rolle, dass die Täterschaft bei Cyberkriminalität nicht mit einem angemessenen Aufwand ermittelt werden kann. ssp

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