Wirtschaftsdelikte verursachen höheren Schaden

06. Juli 2020 13:40

Zürich - Der durch Wirtschaftsdelikte in der Schweiz verursachte Gesamtschaden hat sich 2019 im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, zeigt das KPMG Forensic Fraud Barometer. Die grössten Schäden wurden dabei von Management und Mitarbeitern von Unternehmen verursacht.

Im Jahr 2019 verursachten Wirtschaftsdelikte in der Schweiz einen Gesamtschaden von rund 363 Millionen Franken. Dies geht aus dem KPMG Forensic Fraud Barometer hervor. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Gesamtschaden damit mehr als verdoppelt.

Zwar sei 2019 die Zahl der Wirtschaftsdelikte mit einer Schadensumme von mindestens 50'000 Franken mit 48 Fällen um zwei Fälle geringer als im Vorjahr ausgefallen, erläutern die Analysten von KPMG im Barometer. Die durchschnittliche Deliktsumme pro Fall sei gleichzeitig jedoch von 3,3 auf 7,7 Millionen Franken gestiegen. Zudem gehen die Analysten von einer hohen Dunkelziffer bei den Fällen aus.

Nach Verursachern aufgeschlüsselt wurden die meisten Delikte im letzten Jahr mit 14 Fällen von gewerbsmässigen Betrügern begangen. In je elf Fällen wurden die Täter im Management oder unter den Mitarbeitern der betroffenen Unternehmen verortet. Die vom Management verursachte Schadensumme fiel mit 136 Millionen Franken zudem mehr als elfmal so hoch wie 2018 aus.

„Das KPMG Forensic Fraud Barometer 2019 zeigt, dass die grösste Gefahr von Insidern ausgeht“, wird Anne van Heerden, Leiter Forensik bei KPMG, im Barometer zitiert. „Mitarbeitende und Führungskräfte waren letztes Jahr für fast die Hälfte aller Fälle verantwortlich und für mehr als die Hälfte der gesamten Deliktsumme.“ 

Nach Regionen betrachtet lag die durchschnittliche Schadensumme mit 29 Millionen Franken in der Region Espace-Mittelland am höchsten. Die meisten Delikte wurde in der Genferseeregion und Zürich mit 13 beziehungsweise zwölf Fällen gezählt. Die Zentralschweiz weist mit knapp 713'000 Franken die geringste durchschnittliche Schadenssumme und nur zwei Delikte aus. Im Tessin wurde ein einziger Fall mit einer Schadenssumme von rund 2,6 Millionen Franken verhandelt. hs

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