Wirtschaft wünscht sich Reformen in Ägypten

05. Februar 2020 14:48

Kairo - Die Schweizer Wirtschaft sieht grosses Potenzial in einer engeren Zusammenarbeit mit Ägypten. Dafür seien aber zunächst politische und wirtschaftliche Reformen nötig. Dies zeigte der Besuch von Bundesrat Guy Parmelin und einer Schweizer Wirtschaftsdelegation in Kairo.

Bundesrat Guy Parmelin ist diese Woche gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation nach Ägypten gereist. Das Ziel war es, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Ägypten war im vergangenen Jahr das wichtigste Exportland der Schweiz auf dem afrikanischen Kontinent. Unter anderem wurden Schweizer Fachwissen und Maschinen in der ägyptischen Textilbranche eingesetzt, hebt der Wirtschaftsverband economiesuisse in einer Mitteilung hervor. Die Wirtschaftsdelegation ist unter der Leitung von economiesuisse-Präsident Heinz Karrer nach Ägypten gereist.

Schweizer Wirtschaftsvertreter sehen grosses Potenzial in einer engeren Zusammenarbeit mit Ägypten. Allerdings haben die Gespräche vor Ort den Bedarf an weiteren Reformen aufgezeigt, schreibt economiesuisse. So sei es in Ägypten etwa trotz des Wirtschaftswachstums von über 5 Prozent in den vergangenen Jahren nicht gelungen, den Privatsektor zu stärken. Die Armutsquote ist dabei sogar angestiegen. Die Inflation ist ausserdem weiterhin hoch und Staatsunternehmen dominieren viele Märkte.

Wenn das Land Reformen umsetzen würde, könnte es seine „geografisch günstige Lage mit dem Zugang zu den arabischen und afrikanischen Ländern“ laut economiesuisse besser nutzen. Dem  Verband zufolge kündigte der ägyptische Premierminister Moustafa Madbouli in diesem Zusammenhang Reformen in bestimmten Branchen an, in denen private Investitionen aus dem In- und Ausland angesiedelt werden sollen. Ausserdem sprach er von Privatisierungen von Unternehmen in Staatsbesitz. ssp

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