Wirtschaft reagiert gespalten auf neue Massnahmen

29. Oktober 2020 13:15

Bern/Zürich - Economiesuisse, der Gewerbeverband und Swissmem begrüssen die Massnahmen des Bundesrates zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Verbände des Gastgewerbes und der Hotellerie rechnen dagegen mit einer Konkurswelle und fordern staatliche Hilfe.

Die Reaktionen der Wirtschaftsverbände auf die Massnahmen des Bundesrates fallen unterschiedlich aus. Die beiden grossen Dachverbände begrüssen die Verschärfung. Aus der Sicht von economiesuisse sind die Massnahmen dringend nötig, um die Pandemie zu begrenzen. „Die Einschränkungen mögen mühsam sein, aber im Vergleich zu einem Lockdown sind sie tragbar“, wird economiesuisse-Präsident Christoph Mäder in einer Mitteilung zitiert. Eine teilweise Stilllegung der Wirtschaft müsse unbedingt verhindert werden.

Ähnlich klingt es beim Schweizerischen Gewerbeverband. Er begrüsse die Massnahmen, mit denen ein „Lockdown“ verhindert werden könne, heisst es in einer Mitteilung des Verbandes. Die nun beschlossenen Schnelltests hülfen zudem, unnötige Quarantäneaufenthalte zu verhindern oder zu verkürzen.

Auch Swissmem, der grösste Industrieverband, attestiert dem Bundesrat „Augenmass“. Die Massnahmen seien einschneidend, aber „der einzige vernünftige Weg“, um eine weitere Teilstilllegung der Wirtschaft zu verhindern, heisst es in einem Beitrag. Der Verband begrüsst zudem die Aufhebung der fünftägigen Quarantäne für Geschäftsreisende.

Anders GastroSuisse. Der Entscheid des Bundesrates verschärfe die Lage im Gastgewerbe, heisst es in einer Mitteilung. „Es darf nicht sein, dass man auf dem Buckel des Gastgewerbes diese Krise bewältigen will“, wird GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer zitiert. 100‘000 Arbeitsplätze seien akut gefährdet. Der Verband verlangt unter Verweis auf entsprechende Massnahmen der deutschen Regierung sofortige Hilfe.

HotellerieSuisse wird konkreter. Der Verband verlangt Härtefallhilfen in Höhe von 500 Millionen Franken, die Wiedereinführung der Covid-Kreditbürgschaften und eine Ausweitung der Kurzarbeiterentschädigung. Sonst drohe ab 2021 eine Konkurs- und Kündigungswelle, heisst es in einer Mitteilung. stk

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