Wirtschaft im Dreiländereck will Bilaterale sichern

23. Juli 2021 15:09

Basel - Die Vertreter von Wirtschaft und Politik im Dreiländereck am Oberrhein wollen die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sichern. Die drei Handelskammern der Region haben am Europa-Dialog der Region ein gemeinsames Positionspapier präsentiert.

Die Handelskammer beider Basel (HKBB), die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee und die Chambre de Commerce et de l’Industrie Alsace Europmétropole wollen die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU auch nach dem Scheitern der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen sichern. Sie haben dazu ein gemeinsames Präsentationspapier erarbeitet, das sie am Freitag am Europa-Dialog in Basel präsentierten. „Mit dieser vorwärtsgerichteten Initiative möchten wir die Weichen für die weitere Zusammenarbeit im gemeinsamen Wirtschaftsraum stellen, sei dies im Handel, im Verkehr, bei der Mobilität oder im Bereich der Forschung“, wird HKBB-Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter in einer Mitteilung ihrer Kammer zitiert.

Das Papier fordert laut der Mitteilung, die Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum am Oberrhein zu stärken, die Offenheit der Grenzen sicherzustellen und grenzüberschreitende Gremien stärker einzubinden. „Konkret fordern wir, dass die Unternehmen der Schweiz und der EU auch in Zukunft ungehindert in beide Richtungen handeln können, der grenzüberschreitende Pendler- und Güterverkehr vor allem in Krisenzeiten uneingeschränkt möglich ist und rasch neue Abkommen insbesondere im Bereich Stromversorgung auf Kurs gebracht werden“, so HKBB-Direktor Martin Dätwyler.

Nicole Hoffmeister-Kraut warnt vor einer Schwächung der bilateralen Beziehungen. „Eine langsame Entflechtung der Märkte wäre für beide Seiten sehr schmerzhaft und sollte deshalb unbedingt verhindert werden“, wird die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg zitiert. „Es hängt viel davon ab, dass die Verhandlungspartner in der EU und der Schweiz die Gespräche für die zukünftige Ausgestaltung der Beziehungen zeitnah wieder aufnehmen.“

Auch Frédéric Bierry sieht ein zusätzliches Potenzial in der Intensivierung der gegenseitigen Beziehungen. „Dafür setzen wir permanent auf eine gesetzliche und regulatorische Vereinfachung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU“, wird der Präsident der Collectivité Européenne d'Alsace zitiert. stk

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