Wirtschaft dürfte stark schrumpfen

22. Oktober 2020 14:01

Zürich - Die Konjunkturforschungsstelle der ETH rechnet für dieses Jahr in einem Negativszenario mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukt um bis zu 4,9 Prozent. Im Vergleich mit anderen Ländern sei die Schweizer Wirtschaft aber unter anderem aufgrund ihrer Stützungsmassnahmen bisher widerstandsfähiger.

Die Pandemiesituation hat sich im Sommer zwar etwas entspannt. Nun führen die steigenden Fallzahlen aber wieder zu mehr Unsicherheit. Dies schreibt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in einer Medienmitteilung zu ihrer aktuellen Prognose für das Bruttoinlandprodukt (BIP).

Aufgrund dieser Unsicherheit hat die KOF ihre BIP-Prognose für zwei Szenarien erstellt. Im ersten Szenario rechnet sie für das laufende Jahr mit einem BIP-Rückgang von 3,6 Prozent und für das kommenden Jahr mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. In diesem Szenario würden die Neuinfektionen in den Herbst- und Wintermonaten im Vergleich zum Sommer steigen und die Schutzmassnahmen verschärft werden.

Im zweiten Szenario rechnet die KOF von einem BIP-Rückgang von 4,9 Prozent für das laufende Jahr und einem Wachstum von 1,5 Prozent im kommenden Jahr. In diesem Szenario geht sie davon aus, dass sich die Pandemie im Herbst und im Winter „deutlich heftiger zurückmeldet“ und bis ins Frühjahr 2021 anhält. Sie kalkuliert zudem partielle Lockdowns und die Stilllegung einzelner Geschäftszweige mit ein.

Laut der KOF hat sich die Schweizer Wirtschaft bisher „im Vergleich zu vielen anderen Ländern“ als widerstandsfähiger erwiesen. Sie erklärt dies unter anderem mit den „breit eingesetzten Stützungsmassnahmen“ wie Kurzarbeit, Einkommensbeihilfen und COVID-​19-Krediten. Ausserdem profitiere die Schweizer Wirtschaft von dem grossen Anteil des Transithandels und der chemisch-​pharmazeutischen Industrie, welche wenig auf Konjunkturschwankungen reagieren. Letztere ist im zweiten Quartal sogar gewachsen. ssp

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