Windpark Grenchenberg muss kleiner werden

26. November 2021 13:32

Grenchen SO - Der geplante Windpark auf dem Grenchenberg im Kanton Solothurn darf höchstens vier statt sechs Windturbinen umfassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Damit geht er auf eine Beschwerde des Vogelschutzverbands Bird Life ein.

Das Bundesgericht hat vier der sechs Windenergieanlagen gutgeheissen, die auf dem Grenchenberg im Kanton Solothurn geplant sind. Zwei wurden aufgrund einer Beschwerde des Vogelschutzverbands Bird Life gestrichen. Der Verband ist der Meinung, dass mit dem Bau aller sechs Anlagen Brutplätze gefährdeter Vogelarten bedroht würden. Zudem müssten zusätzliche Massnahmen zur Vermeidung von Kollisionsopfern ergriffen werden.

Das Energieversorgungsunternehmen der Stadt Grenchen nimmt das Urteil laut einer Stellungnahme zwar zur Kenntnis. Es müsse aber noch analysiert werden, was der Verzicht auf zwei Anlagen für das Gesamtprojekt bedeute. Erst dann will das Unternehmen über das weitere Vorgehen entscheiden. Mit den sechs Anlagen hätte der Windpark rund 32‘000 Megawattstunden Strom produzieren können, was rund zwei Drittel des Strombedarfs aller Grenchner Haushalte und Gewerbebetriebe gedeckt hätte.

Der Energieverband Suisse Eole kritisiert den Entscheid des Bundesgerichts. „Das Bundesgericht trägt dem Umstand, dass Schweizer Windstrom systemrelevant für unsere CO2-freie Winterstromversorgung ist, zu wenig Rechnung“, so Isabelle Chevalley, Präsidentin von Suisse Eole, in einer Stellungnahme. „Besonders befremdlich ist, dass bei der Beschwerde primär die Massnahmen zum Vogelschutz bemängelt wurden“, betont sie. Denn der grösste Feind der Vögel sei ihrer Ansicht nach gerade der Klimawandel, der mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien verlangsamt werden könne. ssp

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