Weltbank erwartet schwaches Wachstum

09. Januar 2020 13:01

Washington - Das globale Wachstum wird 2020 nur leicht auf 2,5 Prozent ansteigen, erwartet die Weltbank. Für die Industriestaaten rechnet sie mit einer Abschwächung auf 1,4 Prozent. Grund der Wachstumsschwäche sind steigende Schulden und die politische Unsicherheit.

Die Weltwirtschaft dürfte dieses Jahr um 2,5 Prozent wachsen, leicht mehr als die 2,4 Prozent 2019. Das erwartet die Weltbank gemäss ihrem neuesten Konjunkturbericht. In den kommenden Jahren dürfe dieses Wachstum leicht bis 2,7 Prozent 2022 ansteigen. Der leichte Anstieg wird durch eine Erholung der Investitionen und des Welthandels in diesem Jahr getrieben.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer gehören weiterhin zu den Treibern des Wachstums. Dieses dürfte 2020 auf 4,1 Prozent steigen, nachdem es 2019 noch 3,5 Prozent betragen hat. Für 2022 erwartet die Weltbank für diese Ländergruppe ein Wachstum von 4,4 Prozent. Allerdings konzentriere sich das Wachstum auf wenige grosse Volkswirtschaften in dieser Ländergruppe, so die Weltbank. Zu den Lokomotiven gehört weiterhin China, das 2020 immer noch mit 5,7 Prozent rechnen kann. Der regionale Rivale Indien dürfte sogar auf 5,8 Prozent kommen, Indonesien auf 5,9 Prozent. 

Dagegen schwächt sich das Wachstum in Industriestaaten in diesem Jahr auf 1,4 Prozent ab, nachdem es 2019 noch 1,6 Prozent betragen hat. Auch in den kommenden beiden Jahren dürfte es bei 1,5 Prozent verharren. In der Eurozone sinkt das Wachstum 2020 auf 1,0 Prozent, nachdem es 2019 noch 1,1 Prozent und 2017 sogar 2,5 Prozent betragen hat. In den kommenden beiden Jahren dürfte es wieder leicht auf 1,3 Prozent zulegen. Auch das amerikanische Wachstum schwächt sich ab, wenn auch auf einem höheren Niveau: von 2,3 Prozent 2019 auf 1,8 Prozent im laufenden Jahr und 1,7 Prozent in den kommenden beiden Jahren. Die Weltbank macht die höheren Importzölle und die politische Unsicherheit für die amerikanische Wachstumsschwäche verantwortlich.

Die Weltbank macht allerdings Risiken einer weiteren Abschwächung des globalen Wachstums aus. Dazu gehören die Gefahr einer Verschärfung der Handelskriege und die rasch ansteigende Verschuldung in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Ayhan Kose, Prognosechef der Weltbank, warnt vor den Folgen der Verschuldung. „Die Geschichte der vergangenen Wellen der Verschuldung zeigt, dass diese Wellen oft ein böses Ende haben“, wird er in einer Mitteilung der Weltbank zum Konjunkturbericht zitiert. 

Die Weltbank weist auch darauf hin, dass das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu gering sei, um die Armut zu bekämpfen. Das Pro-Kopf-Einkommen dürfte nur unterdurchschnittlich wachsen. stk

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