Wegfall der Bilateralen ist das Hauptrisiko

22. April 2016 13:15

Basel - Der Wegfall der bilateralen Verträge mit der EU ist gegenwärtig das grösste Risiko für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Das BAKBasel hat errechnet, dass das Scheitern der Verhandlungen mit Brüssel bis zu einem Viertel des Wachstums kosten könnte.

Jedem Schweizer könnten laut einer Modellrechnung des BAKBasel ohne eine Einigung mit der EU nach 2030 knapp dreieinhalbtausend Franken im Jahr verloren gehen. Da der Wegfall der Bilateralen zu einem schlechteren Marktzugang zum wichtigsten Handelspartner, deutlich verminderter Standortattraktivität sowie Investitions-und Wachstumsschwäche in der Schweiz führen würde, könnte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut einer Medienmitteilung des privaten Basler Instituts um ein Viertel verringern. Das Ausmass hängt nach diesen Angaben zudem von der Dauer der Verhandlungen mit Brüssel ab: Bereits eine dreijährige Gesprächsphase, die gemäss BAKBasel mindestens zu erwarten ist, könnte BIP-Verluste von 50 Milliarden Franken mit sich bringen. Ohne die bilateralen Verträge dürfte das BIP im Jahre 2035 um etwa sieben Prozent niedriger ausfallen als mit deren Beibehaltung, ergab die Modellrechnung des Instituts.

Das BAKBasel legt in der Studie nach eigenen Angaben erstmals auch eine Untersuchung der unterschiedlichen Auswirkungen einer Aufkündigung der Bilateralen auf die einzelnen Kantone vor. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass nicht nur die Grenzkantone, sondern wegen ihrer Exportabhängigkeit auch die Zentralschweizer Kantone betroffen wären. Erste Ergebnisse zeigten auch, dass „gerade diejenigen Kantone in der Schweiz, die nicht zu den wirtschaftsstärksten Regionen gehören, den Risiken eines Wegfalls der Bilateralen Verträge gegenüber stark exponiert sind“, schreiben die Basler Wirtschaftsforscher in ihrer Mitteilung. eg


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