Wasserlinsen sollen neues Superfood werden

31. Januar 2020 12:07

Zürich - Forscher der ETH Zürich wollen Wasserlinsen auf den Markt bringen. Damit soll die gesunde und umweltschonende Ernährung gefördert werden. Derzeit arbeiten sie an einem System zum Anbau dieser Nahrungspflanze.

Cyrill Hess und Melanie Binggeli wollen Wasserlinsen auf den europäischen Lebensmittelmarkt bringen. Die ehemaligen Studierenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) werden dabei im Rahmen des Pioneer Fellow-Programms finanziell sowie mit dem Zugang zu ETH-Räumlichkeiten unterstützt.

Konkret befassen sich Hess und Binggeli mit der Wasserlinsensorte Wolffia. Diese ist „leuchtend grün, schmeckt ein wenig wie Sojasprossen und hat eine angenehm körnige Konsistenz“, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Pflanze vermehrt sich sehr schnell und ist ausserdem besonders gesund. Sie enthält grosse Mengen an hochwertigen pflanzlichen Proteinen, viel Ballaststoffe, wertvolle ungesättigte Fettsäuren und wenig Kohlenhydrate.

In der asiatischen Küche werden Wasserlinsen bereits geschätzt, aber in Europa sind sie noch unbekannt. Dies wollen Hess und Binggeli ändern. Dafür entwickeln sie zunächst ein System zum Anbau von Wolffia. Die Pflanze wächst auf der Oberfläche von Wasser. Es sind also unter anderem grosse Becken nötig.

Die grösste Herausforderung sei es, sicherzustellen, dass sich keine Pflanzenkrankheiten in den Becken ausbreiten können und die Kosten gleichzeitig tief bleiben. Hier braucht es noch weitere Entwicklungsarbeit. Dennoch verbuchen die Pioneer Fellows bereits erste Fortschritte mit ihrem Produkt. So wird eine Ernte aus ihrer Klimakammer an der ETH zu Testzwecken bald an einen Investor aus der Lebensmittelbranche ausgeliefert. Kommerzialisieren wollen die beiden Pioneer Fellows ihr Produkt über das Start-up LemnaPro. ssp

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