Waschmaschine filtert Mikroplastik aus

30. September 2019 14:10

Exeter - Zehn Studenten der Universität Exeter haben einen Filter für Waschmaschinen entwickelt, der 75 Prozent der Mikroplastik einfangen und auflösen kann. Der deutsche Hersteller Miele gehört zu den Sponsoren des Projekts.

Jeder Waschzyklus einer Waschmaschine löst hunderttausende Mikroplastikteilchen aus der Wäsche. „Kunstfaser wie Polyester und Nylon machen rund 60 Prozent der Textilien weltweit aus“, wird die Studentin Rachael Quintin-Baxendale in einer Mitteilung der britischen Universität Exeter zitiert. „Mikroplastikteilchen, die während des Waschvorgangs ausgewaschen werden, fliessen in unsere Ozeane, in unser Trinkwasser, sind in den Nahrungsmitteln, die wir essen, und in der Luft, die wir atmen.“

Quintin-Baxendale und neun weitere Studenten der Universität Exeter haben deshalb einen Filter entwickelt, der die Mikrofasern einfangen und mit Hilfe von zwei Enzymen in ihre Bestandteile aufbrechen kann. „Unser Filter kann an den Ausfluss von Waschmaschinen montiert werden, fängt 75 Prozent dieser Fasern auf und bricht sie auf“, so die Studentin. Weil die Plastikteilchen so klein sind, könnten sie zwischen zwei Waschzyklen aufgelöst werden. „Derzeit experimentieren wir mit verschiedenen Enyzmkonzentrationen, um die optimalen Bedingungen herauszufinden.“

Die Studenten entwickeln zudem eine App. Diese soll es erlauben, den Filter zu überwachen. Sie soll helfen, die Effizienz der Enzyme zu erhöhen. 

Das Team PETexe besteht aus angehenden Ingenieuren, Physikern, Biologen und Computerwissenschaftlern. Es arbeitet nun mit Industriepartnern zusammen, um den Filter an deren Waschmaschinen einzusetzen. Zu den Sponsoren des Projekts gehört auch der deutsche Hersteller Miele.

Laut der Studentin Lydia Pike, die dem Team ebenfalls angehört, könnten ähnliche Filter vermutlich auch in Textilfabriken und in Wasserreinigungsanlagen eingesetzt werden. es

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