Wälder begünstigen Niederschläge

12. Juli 2021 10:35

Zürich - Klimaforschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben zum ersten Mal anhand von Beobachtungsdaten nachgewiesen, dass die Niederschlagsmenge in bewaldeten Gebieten um durchschnittlich 7,6 Prozent höher liegt als über landwirtschaftlichen Flächen. Deshalb könnten Aufforstungen Dürren mindern.

Klimaforschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) plädieren dafür, dem Zusammenspiel von Landnutzungen und Wasserverfügbarkeit in der Klimadebatte künftig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Laut einer Medienmitteilung hat ihre Studie ergeben, dass durch Aufforstung der 14,4 Prozent verfügbarer Flächen im Studiengebiet die durchschnittliche Regenmenge um 7,6 Prozent erhöht würde, mancherorts gar um mehr als 10 Prozent. Diese Prognose basiert auf den realen Niederschlagsdaten an 5800 Messstationen in und um Grossbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Finnland. Im Gegensatz dazu fussten solche Berechnungen bisher auf Modellen.

Der Datentrend sei eindeutig, wird Ronny Meier, Erstautor der soeben in „Nature Geoscience“ veröffentlichten Studie und Postdoc an der Professur für Land-Klima-Dynamik, in der Mitteilung der ETH zitiert: „In bewaldeten Gebieten ist der Niederschlag im Durchschnitt deutlich höher als in solchen, die landwirtschaftlich genutzt werden.“

Dabei hatten die Forschenden damit gerechnet, dass die Effekte im Sommer deutlicher ausgeprägter sein würden als im Winter. Das Gegenteil war der Fall. Daneben haben sie auch starke nicht-lokale Effekte beobachtet. Sie traten in weiter entfernten Gebieten auf. „Wir können bisher noch keine Aussagen darüber machen, ob sich eine Aufforstung in häufigeren oder in intensiveren Niederschlägen zeigen würde.“

Durch zusätzliche Aufforstung wäre es auch europäischen Staaten möglich, zunehmenden Hitzewellen und Dürreperioden entgegenwirken, so die ETH. Doch könnte sie „durch ihre hohe Verdunstung Bächen und Flüssen Wasser entziehen“. Deshalb müssten die Ergebnisse immer mit Bezug auf die Gegebenheiten vor Ort betrachtet werden. mm

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