Wächterzellen warnen bei Entzündungen schneller

17. Mai 2021 14:21

Zürich - Den Wächterzellen des menschlichen Körpers steht bei Entzündungen eine Abkürzung in die Lymphknoten zur Verfügung. Dadurch kann dort die Immunreaktion schneller in Gang gesetzt werden. Dass es diese Abkürzung gibt, konnte ein Team der ETH Zürich jetzt nachweisen.

Ein Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat herausgefunden, dass der menschliche Körper bei Entzündungen so etwas wie eine Überholspur einrichtet, damit die Immunreaktion schneller eingeleitet werden kann. Sie steht den Dendritischen Zellen zur Verfügung.

Diese weissen Blutzellen sind im Körpergewebe stationiert und patrouillieren dort. Dabei sammeln sie Bestandteile von Krankheitserregern und Impfstoffen ein. Diese transportieren sie in die Lymphknoten. Dort werden sie den bereits anwesenden Immunzellen präsentiert, um die Immunreaktion in Gang zu bringen. Deshalb werden sie auch Wächterzellen genannt.

Üblicherweise nehmen die Dendritischen Zellen den Weg über die Lymphkapillare. Dort fällt ihnen das Einwandern leicht, weil deren Aussenhaut dünn und kaum geschlossen ist. Doch weil die Zellen sich nur extrem langsam selbst vorwärts bewegen können, dauert der Weg von den äusseren Kapillaren bis ins Innere des Lymphknotens seine Zeit. Schneller geht es, wenn diese Zellen vom Lymphfluss mitgerissen werden. Ein solchermassen beschleunigter Transportweg eröffnet sich wohl nur infolge lokaler Entzündungen am sogenannten Lymphkollektor. Dort dauert zwar das Eindringen immer noch länger als bei den Kapillaren. Dafür erledigt danach der Lymphfluss den Rest des Transports.

Diese Erkenntnisse wurden jetzt im „Journal of Experimental Medicine" veröffentlicht. Weitere Forschungen sollen nun zeigen, welche Bedeutung dieser neu entdeckte Weg für das Immunsystem und für Immunreaktionen hat. Womöglich, so die ETH, bringt der Zeitgewinn einen Vorteil bei der Bekämpfung bestimmter Infektionen. mm

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