Wachstum soll Ungleichheit verringern

10. August 2018 14:25

Zürich - Höhere Steuern und Lohnbeschränkungen für Grossverdiener nützen weder Armen noch Reichen, meint Avenir Suisse. Ungleichheit hingegen schaffe Anreize, hart zu arbeiten. Statt auf Umverteilung sollte eine Gesellschaft daher auf Wachstumsförderung setzen.

Die steigende Zahl von Millionären in der Schweiz diene in den „aktuellen Debatten“ nicht mehr als „Leitungsausweis vernünftiger Politik“, sondern als „Problembeschrieb“, erläutert Natanael Rother in einem Blogbeitrag bei Avenir Suisse. Der Fellow der Denkfabrik plädiert dagegen dafür, sich durch die steigende Zahl der Superreichen nicht beunruhigen zu lassen. Entscheidend sei nicht die Anzahl, sondern die Frage, „ob ein Milliardär zum Wohlstand beiträgt oder nur abschöpft“.  

Als Beleg für seine These zieht Rother eine Umfrage des PEW Research Instituts heran, bei der weltweit Menschen gefragt wurden, ob sie für die Verringerung der Ungleichheit zwischen Reich und Arm hohe Steuern für Wohlhabende und Unternehmen zur Finanzierung von Umverteilungsprogrammen oder tiefe Steuern zur Förderung von Investition und Wachstum präferierten. Dabei habe „in über der Hälfte der im Datensatz enthaltenen Länder eine relative Mehrheit der befragten Personen“ für tiefe Steuern plädiert. 

Die Umfrage zeige somit, „dass auf Ungleichheit nicht immer mit mehr Umverteilung reagiert werden muss“, schlussfolgert  Rother. Unterschiede sollten vielmehr durch Wachstum verringert werden, „das generell auch ärmeren Schichten zusätzliche Chancen eröffnet“. Die Politik solle sich daher darauf konzentrieren, „möglichst gute Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum zu bieten“, heisst es abschliessend im Blogbeitrag. Nur so könne „auf lange Frist das heutige System der sozialen Sicherung erhalten werden“. hs

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