Versicherungen kommen glimpflich durch Corona-Krise

12. November 2020 13:46

Zürich - Das Prämienvolumen dürfte nach Einschätzung von Swiss Re weltweit in diesem Jahr um rund 1,4 Prozent sinken. Zuvor war das Institut von einem Rückgang um 2,8 Prozent ausgegangen. Schon für das kommende Jahr erwartet Swiss Re eine Erholung, die von China angeführt wird.

Die globalen Versicherungsmärkte sind trotz des wirtschaftlichen Schocks durch die COVID-19-Pandemie weniger schwer getroffen worden als vom Swiss Re Institute im Juni 2020 vorhergesagt. Für die globale Versicherungsbranche rechnet Swiss Re jetzt nur noch mit einem Einbruch von 1,4 Prozent. Im Juni hatte das Institut noch ein Minus von 2,8 Prozent prognostiziert. Das Prämienwachstum werde sich „auch dank weiterhin steigender Prämiensätze schnell erholen“. Der Rückversicherer glaubt für 2021 an ein Plus von 3,4 Prozent und für 2022 von 3,3 Prozent. Dies sind Ergebnisse seiner aktuellen sigma-Studie „Rebuilding better – Global economic and insurance market outlook 2021/22“. 

Angeführt werde der Aufschwung von China. Dort sollten die Nichtlebenprämien im kommenden Jahr um geschätzte 10 Prozent und die Lebensversicherungsprämien um 8,5 Prozent anziehen, heisst es in einer Medienmitteilung des Swiss Re Institute. Die Erholung werde von einem durch die Pandemie erhöhten Risikobewusstsein gestützt. Dies treibe die Nachfrage an und führe dazu, dass Prämien weiterhin stark ansteigen.

Das weltweite Bruttoinlandprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um 4,1 Prozent sinken und sich 2021 „langsam und ungleichmässig“ erholen. Das Ungleichgewicht der Einkommen werde durch den Wegfall niedriger bezahlter Arbeitsplätze weiter zunehmen. Die Arbeitsmärkte seien stärker belastet, als dies die offiziellen Zahlen angeben. Diese sprechen „überraschenderweise“ von relativ stabilen 7,9 Prozent Arbeitslosen. Jedoch erreiche die Dunkelziffer, die auch inaktive und beurlaubte Erwerbstätige berücksichtigt, in Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Italien beinahe 25 Prozent.

„Für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung brauchen wir eine Neuausrichtung der Politik, die sich vor allem auf Gebiete wie Infrastruktur, Technologie und Klima konzentrieren sollte“, wird Swiss Re-Chefökonom Jerome Jean Haegeli in der Mitteilung zitiert. Neben einer gezielten Ausgabenpolitik empfiehlt er, „verstärkt öffentlich-private Partnerschaften zu fördern und betriebliche sowie regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, damit privates Kapital wie zum Beispiel die Kapitalanlagen der Versicherer vermehrt in die Realwirtschaft einfliesst“. mm

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