Verluste der Hochseeflotte haben Nachspiel

17. Januar 2020 14:18

Bern - Bundesrat Guy Parmelin hat eine Administrativuntersuchung wegen der hohen Verluste des Bundes durch Bürgschaften für Schweizer Hochseeschiffe eingeleitet. Sie soll helfen, die wirtschaftliche Landesversorgung effizienter und risikobewusster zu organisieren.

Guy Parmelin will den Bereich der Wirtschaftlichen Landesversorgung effizienter organisieren. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat deshalb eine Administrativuntersuchung eingeleitet. Diese soll laut einer Mitteilung des WBF die Führungsorganisation überprüfen. Dabei geht es namentlich um die Zusammenarbeit, die Aufgabenteilung und die Verantwortlichkeiten zwischen dem Bundesamt und der Milizorganisation, aber auch um den Umgang mit Risiken und die Verfahren im Umgang mit Not- und Mangellagen.

Die Untersuchung wurde durch die Verluste ausgelöst, die der Bund mit Bürgschaften für Schweizer Hochseeschiffe eingefahren hat. Die Flotte umfasst 50 Schiffe, die von sechs Reedereien betrieben wurden. Der Rahmenkredit beläuft sich seit 2008 auf 1,1 Milliarden Franken.

Die Administrativuntersuchung wird vom Zürcher Anwalt Cornel Borbély geleitet. Borbély war unter anderem zwischen 2014 und 2017 Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission des Weltfussballverbandes FIFA und ist seit 2018 Chef der Untersuchungsrichter Deutschschweiz der Militärjustiz. An der Hochschule Luzern leitet er den Masterstudiengang MAS Economic Crime Investigation. stk

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