VBSA will CO2 in Gasfeldern speichern

21. Mai 2019 14:37

Bern - Der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) hat ein Konzept für die Erhöhung des eigenen Beitrags zur CO2-Reduktion vorgestellt. Dabei soll das in den Anlagen produzierte CO2 direkt abgefangen und in leeren Gasfeldern gespeichert werden.

 

Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) stossen jährlich etwa 2,1 Millionen Tonnen fossiles CO2 aus, informiert der VBSA in einem Diskussionspapier. Dort stellt der Verband ein Konzept vor, mit dem der Beitrag der Schweizer KVA zur Reduktion der CO2-Emissionen erhöht werden kann.

Bisher tragen die KVA vor allem indirekt zur Senkung der CO2-Emissionen bei, wird im Diskussionspapier weiter erläutert. Dabei bewirke die Substitution von fossilen Energieträgern durch Abfall eine Emissionsreduktion in Höhe von einer Tonne CO2 pro erzeugten 4,45 Megawattstunden Abwärme. Durch die Produktion von Wärme und Strom sowie über die Rückgewinnung von Metallen aus den Verbrennungsrückständen summiere sich der Beitrag Schweizer KVA zur Vermeidung von CO2-Emissionen auf insgesamt rund 1,1 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.

Der als Carbon Capture bekannte direkte Weg werde von den Schweizer KVA bisher nicht verfolgt, heisst es im Diskussionspapier. Der VBSA hat deshalb vom Sustainability in Business Lab (sus.lab) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) berechnen lassen, ob sich das direkte Abfangen von CO2 an der Quelle und die anschliessende Lagerung in leeren Gasfeldern oder geeigneten Gesteinsformationen lohnt. Den Ergebnissen zufolge ist das Verfahren grundsätzlich anwendbar, wenn auch mit relativ hohem Energieverbrauch verbunden.

In einem nächsten Schritt will der VBSA sein Konzept in die klimapolitische Diskussion einbringen und ein Konzept für den Transport des CO2 entwickeln. Zudem plant der  Verband die Realisierung eines Testprojekts für die CO2-Abscheidung in industriellem Massstab in einer Schweizer KVA. hs

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