UZH-Technologie erstellt individuelle Signatur von Immunzellen

29. Mai 2020 14:01

Zürich - Forscher der Universität Zürich (UZH) haben ein Methode entwickelt, mit der sich individuelle Signaturen von Immunzellen in Hirntumoren darstellen lassen. Sie könnte zur Entwicklung massgeschneiderter Therapien für verschiedene Tumorarten genutzt werden.

Weil die Krebszellen eines bösartigen Tumors im Gehirn auch das gesunde Hirngewebe befallen, könne ein Hirntumor in der Regel nicht vollständig operativ entfernt werden, erläutert die UZH in einer Mitteilung. Auch eine anschliessende Strahlen- und Chemotherapie führe nur in seltenen Fällen zu einer vollständigen Heilung, heisst es dort weiter. Massgeschneiderte Immuntherapien könnten hier eine Lösung bieten.

Forscher der UZH und des Universitätsspitals Zürich (USZ) sind daher den spezifischen Typen von Immunzellen in Hirntumoren auf der Spur. Der Forschergruppe sei es gelungen, zu ermitteln, welche Typen von Immunzellen in welcher Anzahl in verschiedenen Arten bösartiger Hirntumore vorhanden sind, erläutert die UZH in der Mitteilung. „Die Abwehrzellen können einzelne Tumorzellen eliminieren, während gesunde Zellen verschont bleiben“, wird Burkhard Becher vom Institut für experimentelle Immunologie der UZH dort zitiert.

Für die Erstellung der sogenannten Tumorkarten haben die Forscher Gewebe aus der Neurochirurgie des USZ mit der hochdimensionalen Massenzytometrie analysiert. Die daraus resultierende Darstellung von Millionen von unterschiedlichen Zelltypen wurde anschliessend mit komplexen selbstlernenden Computeralgorithmen verarbeitet. „Für jeden Hirntumor entsteht mit unserer Technologie eine individuelle Signatur der vorhandenen Immunzellen“, erläutert Becher. „Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Patienten und Tumorarten können so miteinander verglichen werden.“

Nach Ansicht der Forscher kann die Methode für die Entwicklung massgeschneiderter Immuntherapieansätze für unterschiedliche Tumorarten genutzt werden. Bis Patienten davon profitieren können, seien aber noch weitere Forschungsarbeiten nötig, heisst es in der Mitteilung. hs

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