UZH-Forschende senken Cholesterin durch Gen-Editierung

21. Mai 2021 13:46

Zürich - Zürcher Forschende haben mit einer Veränderung der Gene von Versuchstieren eine dauerhafte Senkung der Cholesterinwerte im Blut erreicht. Das Verfahren öffnet die Perspektive auf Heilung von Menschen mit vererbten  Stoffwechselkrankheiten.

Durch Editierung einzelner Gene hat ein internationales  Forschungsteam unter Leitung der Universität Zürich (UZH)  hohe Cholesterinwerte im Blut von zwei  Tiermodellen dauerhaft senken können. Laut Medienmitteilung der UZH ermöglicht das die Möglichkeit, künftig auch Menschen zu behandeln und Patienten mit vererbten Stoffwechselkrankheiten zu heilen.

Die Forschenden unter Studienleiter Gerald Schwank, Professor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der UZH, haben dabei eine neue Methode der Gen-Editierung angewandt. Damit können einzelne Bausteine einer DNA-Sequenz sehr  präzise verändert werden. Mit der Gen-Editierung können im DNA-Molekül gleichsam einzelne „Buchstaben“ des sogenannten genetischen Textes ausgewechselt werden.

Dabei haben die Forschenden die RNA-Technologie angewandt, wie sie in den Impfstoffen gegen COVID-19 verwendet wird. Die RNA (Ribonukleinsäure) wird bei den Impfungen für das Sars-CoV2-Virus kodiert. Die Forschenden haben es für Cholesterinsenkung für den Adenin-Basen-Editor kodiert und an Mäusen und Makaken eingesetzt. Das Team schleuste eine einzelne Punktmutation in das Gen ein, welches das Enzym PCSK9 kodiert, heisst es von der UZH. Dieses Protein ist an der Aufnahme von Cholesterin aus dem  Blut in die Zellen beteiligt.

„Die genetische Veränderung, die wir in Mäusen und Makaken herbeiführten, blockierte PCSK9 erfolgreich und führte zu einer signifikanten Senkung der LDL Cholesterin-Konzentration im Blut“, wird Studienleiter Schwank in der Mitteilung zitiert. Damit eröffne sich eine neue Therapieperspektive für Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie, einer vererbten Form von hohen Cholesterinwerten. Ist der LDL-Wert im Blut hoch, besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In dem Tierversuch wurden bei den Mäusen zwei Drittel und bei den Primaten noch ein Drittel der Gene verändert. Beides führte zu deutlicher Senkung des LDL-Cholesterinspiegels. Dabei sei sorgfältig untersucht worden, ob durch das Verfahren an anderen Stellen Veränderungen auftraten. Die Forschenden fanden laut der Mitteilung jedoch keinerlei Hinweise auf solche unerwünschten Nebenwirkungen.

Anders als herkömmliche Medikamente führt die Gen-Editierung zu dauerhaften  Veränderungen. Werde eine Mutation also in genügend vielen Zellen repariert, so sei der Patient geheilt, heisst es in der UZH-Mitteilung. gba

Mehr zu Forschung und Entwicklung

Aktuelles im Firmenwiki