UZH-Forschende erhalten 4,5 Millionen Euro Fördergelder

03. September 2020 14:16

Zürich - Der Europäische Forschungsrat vergibt dieses Jahr Förderungen von je 1,5 Millionen Euro an drei Forschende der Universität Zürich. Sie befassen sich mit Mutterschaft und Arbeitsmarkt, Neurotransmittern und christlicher Kunst.

Die ERC Starting Grants (Start-Zuschüsse) werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) an besonders aussichtsreiche Forschungstalente vergeben, wie es auf der Seite des ERC heisst. Jetzt sind zwei aufstrebende Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) ausgewählt worden, die bereits mehrere Jahre Forschungserfahrung gesammelt haben. Sie werden laut Medienmitteilung der UZH mit je rund 1,5 Millionen Euro unterstützt. Mit dem Fördergeld können sie während fünf Jahren ihre eigene Forschungsgruppe aufbauen. Es geht um Projekte zu Mutterschaft und Arbeitsmarkt, zur Visualisierung der Dynamik von Neurotransmittern im Gehirn sowie zur Rolle von Kunstwerken im frühneuzeitlichen Christentum.

Teodora Boneva vom Institut für Volkswirtschaftslehre will untersuchen, wie Überzeugungen, Präferenzen, Einschränkungen und soziale Normen die Entscheidung von Frauen beeinflussen, Kinder zu bekommen. Ebenfalls analysiert werden die Beweggründe, warum Frauen nach der Geburt wieder ins Berufsleben zurückkehren.

Tommaso Patriarchi vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie will mit seinem Team am Schnittpunkt zwischen Biotechnologie und Neurowissenschaften neuartige proteinbasierte Fluoreszenzsonden für verschiedene wichtige Neurochemikalien entwickeln. „Unsere Emotionen, unsere Gedanken und unsere alltäglichen Handlungen werden durch die koordinierte Aktivität vieler Nervenzellen in unserem Gehirn kodiert, die ständig über die Freisetzung von Neurochemikalien miteinander kommunizieren“, sagt er. Patriarchi will die Vorgänge im Gehirn sichtbar machen.

Raphaèle Preisinger vom Kunsthistorischen Institut untersucht die Rolle von Kunstwerken bei der Aushandlung von Heiligkeit mit der römischen Kurie zwischen 1500 und 1700. Die Kunstwerke, um die es geht, beziehen sich auf Personen, deren Verehrung in neu christianisierten Gebieten begann. Das Projekt stellt etablierte Ansichten zum römischen Katholizismus, Kolonialismus und die Frühe Neuzeit in Frage. gba

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