USA will mit Schweiz weiter über Währungspolitik sprechen

11. November 2022 15:23

Washington - Das US-Finanzministerium spricht die Schweiz vom Vorwurf der Währungsmanipulation frei. Es stellt aber noch immer Ungleichgewichte in der Schweizer Währungspolitik fest und will daher den 2021 begonnenen Austausch mit Bern fortsetzen.

Das US-Finanzministerium hat am 10. November seinen regelmässigen Bericht über die Währungspolitik wichtiger Aussenhandelspartner vorgelegt. Darin kommt es laut einer Mitteilung zum Schluss, dass kein wichtiger Handelspartner der USA den Wechselkurs seiner Währung zum Dollar manipuliert, um einseitige Vorteile im internationalen Handel zu erzielen.

Das Ministerium sieht allerdings die Schweiz besonders kritisch. Diese erfülle alle drei Kriterien, bei deren Erfüllung die Währungspolitik eines Landes unter besondere Beobachtung gestellt werden müsse. Dazu gehören ein Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von 16 Milliarden Dollar im Beobachtungszeitraum, ein nationaler Leistungsbilanzüberschuss von 8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) und Stützungskäufe zugunsten des Franken von 2,8 Prozent des BIP. 

Der Bericht des Ministeriums zeigt aber auch Verständnis für die besondere Lage der Schweiz als einer „kleinen, offenen Volkswirtschaft, die äusseren Einflüssen stark ausgesetzt“ sei. Zudem diene der Franken in Krisenzeiten als sicherer Hafen für Anleger. Entsprechend wolle das US-Finanzministerium seinen verstärkten bilateralen Austausch über die Gründe des Ungleichgewichts fortsetzen, den beide Seiten Anfang 2021 begonnen haben.

Ausser der Schweiz wird das Finanzministerium auch die Währungs- und Wirtschaftspolitik von China, Japan, Korea, Deutschland, Malaysia, Singapur und Taiwan beobachten. stk

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