Unklare Beziehungen zur EU belasten Schweizer Exportindustrie

21. Mai 2021 15:16

Basel - Schon ab dem 26. Mai drohen laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics bedeutende Einbussen in bestimmten Teilen der Schweizer Exportindustrie. Das trifft von steigenden technischen Handelshemmnissen betroffene Branchen.

Die noch nicht geklärte Zukunft der Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) ist aus Sicht des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Economics eine Belastung für die Aussichten der Schweizer Exportindustrie. Die Unsicherheit über das geplante Rahmenabkommen könne schon in naher Zukunft bestimmte Teile der Exportindustrie treffen. So drohen laut der Medienmitteilung von BAK Economics bereits ab dem 26. Mai bedeutende Einbussen in den von steigenden technischen Handelshemmnissen betroffenen Branchen.

Als konkret betroffene nennt BAK Economics die Schweizer Medtech-Exporteure. Sie müssten ab dem 26. Mai ihre Produkte wieder doppelt zertifizieren und einen sogenannten Authorised Representative registrieren lassen. Gleiches gelte für die EU-Exporte in die Schweiz. Diese beide Richtungen, Export wie Import, betreffende Entwicklung führe direkt zu einer Verteuerung der Schweizer Exporte. Auch Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten nehme damit ab. Und in der Schweiz würden Verbraucher und Unternehmen durch steigende Preise belastet.

Das Basler Wirtschaftsforschungsinstitut hat die negativen Wirkungen auf die kommenden Jahre hochgerechnet. Demnach könnten durch technische Handelshemmnisse die Güterexporte direkt betroffener Branchen bis 2040 um zusammen 12 Prozent verringert werden.

Das habe auch Auswirkungen auf die Entwicklung des gesamtschweizerischen Bruttoinlandprodukts (BIP). Ein Wegfall der Bilateralen Verträge I könnte bis 2040 zu einem um 5,5 Prozent reduzierten Schweizer BIP pro Kopf führen. Das bedeute einen substanziellen Wohlstandsverlust. Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft sei auf stabile Handelsbeziehungen und damit die entsprechenden Abkommen mit der EU angewiesen, wird in der Mitteilung erläutert. Dies sei ohne einen Rahmenvertrag oder einen klaren alternativen Lösungsansatz nicht mehr der Fall. gba 

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