Universität Zürich testet Wirkstoffe gegen Coronavirus

13. März 2020 14:30

Zürich - Eine Forschergruppe an der Universität Zürich testet rund 5000 bereits zugelassene Wirkstoffe, die im Kampf gegen das Coronavirus helfen könnten. Dabei wendet sie ein neues Verfahren an.

Im Moment gibt es noch keine Impfung zum Schutz gegen das zirkulierende Coronavirus. Eine Hoffnung liegt laut der Universität Zürich auf antiviralen Medikamenten. Laut Urs Greber, Professor für Molekulare Zellbiologie an der Universität Zürich (UZH), sind nur wenige chemische Hemmstoffe klinisch gegen Viren getestet. Diese seien aber entweder wirkungslos oder bringen nach kurzem Einsatz resistente Viren hervor.

„Um die Auswirkungen des Coronavirus zu mindern, sind deshalb antivirale Hemmstoffe auf breiter Basis akut nötig“, sagt Greber in einer Mitteilung. Gemeinsam mit seinem Team arbeitet er daran, antivirale Hemmstoffe gegen Coronaviren zu testen. Sein Ansatz dazu ist laut der UZH weltweit einzigartig.

Die Forschergruppe untersucht rund 5000 bekannte chemische Wirkstoffe, die bereits gegen nicht-virale Erkrankungen beim Menschen getestet und zugelassen sind. Die Tests finden dabei in Kulturen menschlicher Zellen statt. Im Vergleich zu anderen Verfahren sind sie den Angaben zufolge schnell und umfassend. Ausserdem sind keine speziellen Sicherheitsmassnahmen und auch kein extra dafür ausgebildetes Personal nötig.

Greber geht davon aus, „dass es einen ganzen Cocktail an Wirkstoffen brauchen wird, um den Erreger in den Griff zu bekommen“, heisst es. Er rechnet damit, dass seine Tests per Ende Jahr abgeschlossen werden können. Danach könnten ausgewählte Wirkstoffkandidaten am zirkulierenden, nicht abgeschwächten Coronavirus getestet werden – zunächst in Zellkulturen und dann gegebenenfalls klinisch.  ssp

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