Universität St.Gallen untersucht Klimakommunikation

27. August 2021 13:39

St.Gallen - Forschende der Universität St.Gallen haben die Rolle von Emotionen und Informationen in der Debatte um das CO2-Gesetzt analysiert. Ihre Erkenntnisse sollen die Klimakommunikation verbessern helfen. Unter anderem müssten positive Wirkungen von Klimaschutz stärker kommuniziert werden.

Forschende des Instituts für Wirtschaft und Ökologie der Universität St.Gallen (HSG) haben die Ablehnung des CO2-Gesetzes durch das Stimmvolk zum Anlass genommen, die emotionalen und inhaltlichen Dynamiken in der Diskussion um das Gesetz zu analysieren. Dazu wurde eine repräsentative Gruppe von Stimmberechtigten befragt, die an der Abstimmung teilgenommen hatten.

Den Forschenden zufolge spielen Emotionen ein grosse Rolle bei der Meinungsbildung. Im Fall des CO2-Gesetzes haben sie ein „Gefühlstief“ für Klimapolitik ausgemacht. So hätten sowohl Befürwortenden als auch Ablehnende des CO2-Gesetzes mehrheitlich negative Assoziationen zum Thema Klimapolitik geäussert, heisst es in der entsprechenden Mitteilung der HSG. „Um die Stimmberechtigten für künftige klimapolitische Entscheide zu motivieren“, gelte es daher verstärkt positive Wirkungen des Klimaschutzes zu kommunizieren, empfehlen die Forschenden.

Klimaaktivisten und Klimaskeptiker hätten in beiden Lagern starke Emotionen ausgelöst, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Hier streichen die Forschenden heraus, dass Klimaskeptiker selbst im Nein-Lager nur bei wenigen Befragten Begeisterung auslösten. Dies deute darauf hin, „dass frühere Grundsatzdiskussionen über die Existenz des Klimawandels nur noch auf wenig Resonanz stossen“.

Des Weiteren sind die Forschenden auf Defizite hinsichtlich der Kommunikation von Fakten gestossen. Rund die Hälfte aller Befragten waren irrtümlich davon ausgegangen, dass das CO2-Gesetz eine Abgabe von 120 Franken auf alle Flugtickets vorsehe. Zudem war weniger als einem Drittel der Befragten bewusst, dass sie im letzten Jahr eine Rückerstattung von CO2-Abgaben über die Krankenkassenprämie erhalten hatten. „Eine bessere Sichtbarkeit“ solcher Geldflüsse  könnte nach Ansicht der Forschenden „die Akzeptanz von Lenkungsabgaben künftig erhöhen“. hs

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