Universität Bern schickt mit NASA Instrument zum Mond

13. November 2023 13:54

Bern - Ein Massenspektrometer der Universität Bern wird zum Mond fliegen. Das Gerät soll im Rahmen der NASA-Initiative Prodex 2027 Mondgestein chemisch untersuchen. Vor den Berner Forschenden hat noch niemand diese Messtechnik bei einer Weltraummission verwendet.

Ein Massenspektrometer (Laser Ablation Ionization Mass Spectrometer, LIMS) der Universität Bern wird 2027 zum Mond fliegen. Finanziert wird es von der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Das Berner Instrument wird einer Medienmitteilung der Universität Bern zufolge Teil einer zukünftigen NASA-Mondlieferung (Commercial Lunar Payload Services, CLPS) sein. Dafür arbeitet die NASA mit mehreren nordamerikanischen Unternehmen zusammen. Sie will im Rahmen ihrer CLPS-Initiative wissenschaftliche und technologische Nutzlasten auf die Mondoberfläche bringen.

Die Landung in der südlichen Polarregion des Mondes wird es LIMS ermöglichen, stationäre Messungen vor Ort durchzuführen. Dabei geht es um die Altersbestimmung geologischer Prozesse. „So können wir viele Information vor Ort sammeln, die man sonst nur in Laboratorien auf der Erde hätte generieren können“, wird Andreas Riedo, leitender Projektmanager von LIMS in der Abteilung Weltraumforschung und Planetologie (WP) des Physikalischen Instituts, zitiert. „Ausserdem hat vor uns noch niemand diese Messtechnik bei einer Weltraummission verwendet. Damit können wir das System für andere wissenschaftliche Fragestellungen und andere Missionen optimieren.“ 

Dabei arbeitet das Team eng mit der hiesigen Industrie zusammen. „Wir werden ein LIMS-System made in Switzerland auf den Mond bringen", so Peter Wurz, Professor für Astrophysik an der Universität Bern und Projektleiter für LIMS.

Einen ersten grossen Höhepunkt der Berner Weltraumforschung markierte am 21. Juli 1969 Buzz Aldrin, der als zweiter Mann aus der Mondlandefähre Apollo stieg, das Berner Sonnenwindsegel entrollte und es noch vor der Flagge der USA in den Boden des Mondes steckte. Es war am Physikalischen Institut der Universität Bern geplant, gebaut und ausgewertet worden. Seither nimmt die Berner Weltraumforschung regelmässig an Weltraummissionen von ESA, NASA oder der japanischen Weltraumorganisation JAXA teil. Bei CHEOPS teilte sich die Universität Bern die Verantwortung mit der ESA für eine ganze Mission. ce/mm

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