Umweltbilanz der Stromversorger bleibt schlecht

29. Juli 2020 10:38

Zürich - Die Umweltbelastung durch die vier grossen Schweizer Energieversorger hat sich im vergangenen Jahr nicht wesentlich verbessert. Ihr Anteil an neuen erneuerbaren Energien für die Stromproduktion stieg nur um 0,2 Prozent. Das zeigt eine Kurzstudie der Schweizerischen Energie-Stiftung.

Axpo, Alpiq, BKW und Repower weisen auch 2019 eine hohe CO2- und Umweltbelastung auf. Nach wie vor erzeugen die vier grössten Schweizer Stromversorger zwei Drittel ihres Stroms aus fossilen und nuklearen Stromquellen. Das geht aus einer Kurzstudie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) über die vier grössten Stromproduzenten der Schweiz hervor. 

Der Produktionsanteil neuer erneuerbarer Energie aus Sonne und Wind wuchs im Vergleich zum Vorjahr nur von 5,0 auf 5,2 Prozent. Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 56,4 Prozent Wasserkraft und 35,2 Prozent Atomkraft fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klima- und umweltschädlicher aus, heisst es in einer Medienmitteilung der SES. Zwar verzeichnet sie insgesamt eine kostenbedingte leichte Verschiebung von Kohle auf Erdgas. Damit bleibt jedoch der Anteil an fossiler Stromerzeugung mit knapp 24 Prozent hoch. Die Treibhausgasemissionen pro Kilowattstunde sind 2019 gegenüber dem Vorjahr nur leicht gesunken.

Den klimaschädlichsten Produktionsmix hat mit 256 CO2-Äquivalenten erneut die Alpiq mit einem beträchtlichen Anteil an Kohle und Gas, gefolgt von Repower mit 187 CO2-Äquivalenten. Aufgrund des stark fossilen und nuklearen Portfolios verzeichnet der Strommix der Alpiq die meisten Umweltbelastungspunkte pro Kilowattstunde. „Auch die Axpo und BKW schneiden schlecht ab“, so die SES. Beim radioaktiven Abfall ist die Axpo mit 50 Prozent Atomstromanteil Spitzenreiter.

Die Energiewende bei den grossen Schweizer Stromversorgern stecke „immer noch in den Kinderschuhen“, wird der Leiter des Fachbereichs Klima bei der SES, Florian Brunner, in der Mitteilung zitiert. Investitionen in den Ausbau von Sonnen- und Windkraft wurden vornehmlich im Ausland getätigt. Deshalb liege eine Verbesserung der Investitionssicherheit im Inland auch im Interesse der grossen Schweizer Energieversorger. „Will die Schweiz die im Pariser Klimaabkommen und der Energiestrategie 2050 gesetzten Ziele erreichen, so müssen bei der laufenden Revision des Energiegesetzes für die Schweiz und das Ausland gleich lange Spiesse geschaffen werden“, bilanziert Brunner. mm

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