Umweltallianz kritisiert zu langsame Energiewende

08. Oktober 2019 12:52

Bern - Die in der Umweltallianz zusammengeschlossenen Schweizer Umweltverbände haben den aktuellen Energiewende-Index erstellt. Ihm zufolge wird die Schweiz ihre Zielmarke von Netto-Null-Emissionen 2050 weit verfehlen. Die Allianz rät daher zur Wahl eines umweltfreundlichen Parlaments.

Wenn die Schweiz ihr „Klimaschutz-Schneckentempo“ weiterhin fortsetze, werde das Land „die Zielmarke von Netto-Null-Emissionen nicht einmal in diesem Jahrhundert erreichen“, prognostiziert die Umweltallianz in einer Mitteilung. Die aus den vier grossen Schweizer Verbänden Greenpeace, Pro Natura, VCS und WWF bestehende Allianz stützt sich dabei auf die aktuellen Werte des Energiewende-Index. Hier misst die Umweltallianz seit 2013 den Stand der von der Schweiz angestrebten Energie- und Klimaziele.

Der aktuelle Index zeige insbesondere, dass die Klimagas-Emissionen im Inland bei weitem nicht stark genug sinken, um die Netto-Null wie geplant bis 2050 zu erreichen, heisst es in der Mitteilung. Ohne einschneidende Veränderungen werden Gebäude, Fahrzeuge und Industrie der Schweiz auch 2050 noch „fast 14 Millionen Tonnen energiebedingte CO2-Emissionen“ produzieren, kritisiert die Umweltallianz. Sie fordert „eine deutlich wirksamere Klimapolitik“, die unter anderem „schnell wirksame CO2-Grenzwerte für Gebäude“ beinhaltet.

Die Schweiz befinde sich an einem Scheideweg, schreibt die Umweltallianz auch im Hinblick auf die anstehenden Parlamentswahlen. „Wir sind mitten in der Klimakrise und alle Indikatoren zeigen, dass die Schweiz weiter dazu beiträgt“, wird Elmar Grosse-Ruse, Energie- und Klimaexperte beim WWF Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Durch die Wahl eines umweltfreundlichen Parlaments können wir die Weichen für wirksame Klimapolitik stellen.“ hs

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