Ukraine kann Transitbedarf für Erdgas allein decken

28. September 2021 09:11

Kiew - Die ukrainischen Gasleitungen können genug Erdgas von Russland nach Europa leiten, sagt Sergej Makogon. Die Kapazität der Leitungen sei mehr als doppelt so gross wie die der beiden Nord Stream-Leitungen zusammengenommen, so der Chef des ukrainischen Leitungsbetreibers.

Die Ukraine verfüge über genügend Transitkapazität, um den europäischen Bedarf an russischem Erdgas zu transportieren, wird Sergej Makogon, Chef des ukrainischen Gasleitungsbetreibers GTS, in einer Mitteilung seines Unternehmens zitiert. Er nahm dabei auch Bezug auf den derzeitigen starken Anstieg der Erdgaspreise in Europa. Dieser sei eine Folge einer künstlichen Verknappung des Erdgases.

Die ukrainischen Leitungen verfügten über eine Kapazität von 146 Milliarden Kubikmetern, so Makogon. Damit könnten sie mehr als doppelt so viel transportieren wie die beiden Nord Stream-Leitungen, die Russland und Deutschland miteinander verbinden und eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern aufweisen. 

GTS investiere stark in die Infrastruktur, in den Unterhalt sowie in die Weiterbildung des Personals, so Makogon. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen mit der umfangreichen Modernisierung der Leitungen begonnen.

Nord Stream 2 wurde im September fertiggestellt, verfügt aber noch nicht über eine Betriebsgenehmigung. Die Nord Stream-Leitungen werden von der Nord Stream AG mit Sitz in Zug betrieben. Der russische Erdgasmonopolist Gazprom ist mit 51 Prozent Mehrheitsaktionär. Die übrigen Anteile werden von der Wintershall Dea und der eon-Tochter PG Infrastruktur aus Deutschland, von der Nederlandse Gasunie und der französischen ENGIE gehalten. stk

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