UBS warnt vor entstehenden Lücken im Vorsorgesystem

30. Januar 2020 14:44

Zürich - Die Umverteilung von Erwerbstätigen auf Rentner in der zweiten Säule des Vorsorgesystems setzt die wirtschaftlichen Aussichten der Schweiz unter Druck, warnt die UBS. Ihr geht die geplante Senkung des Mindestumwandlungssatzes nicht weit genug.

Ohne nachhaltige Systemanpassungen könnten die Entwicklungen der Altersvorsorge das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen, schreibt die UBS in einer Mitteilung zu ihrem aktuellen UBS Outlook Schweiz. „Die Unsicherheiten im hiesigen Vorsorgesystem lasten langfristig auf der Schweizer Wirtschaft“, wird Jackie Bauer, Ökonomin und Vorsorgeexpertin bei UBS, dort zitiert. Die Grossbank kritisiert insbesondere „den zu hohen Mindestumwandlungssatz“ in den Pensionskassen, durch den „aktuell fast 7 Milliarden Franken pro Jahr von Erwerbstätigen an Rentner“ übertragen würden. Zwar begrüsst die UBS die vom Bundesrat angestrebte Senkung des Satzes von 6,8 auf 6,0 Prozent. „Der faire Wert im aktuellen Umfeld“ läge jedoch „eher zwischen 4 und 5 Prozent“, meint Bauer.

Zudem verfehle die Vernehmlassungsvorlage des Bundesrats das Ziel, „die Umverteilung von Jung zu Alt einzudämmen“, schreibt die UBS weiter. Sie zieht der Vorlage des Bundesrats den Vorschlag der Allianz für einen vernünftigen Mittelweg vor. Hier sollen Ausgleichsmassnahmen nur den von der Reduktion des Mindestumwandlungssatzes betroffenen Neurentnern zugute kommen.

Dem Wirtschaftswachstum des Landes prognostiziert die UBS in derselben Mitteilung eine Steigerung von geschätzten 0,8 Prozent im vergangenen auf 1,1 Prozent im laufenden Jahr. Vor einer Erholung der Weltwirtschaft müsste diese dabei in der ersten Jahreshälfte „zuerst die Kollateralschäden der letztjährigen Eskalation im Handelskonflikt verdauen“, schätzt die UBS. hs

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