UBS-Ökonom rechnet mit baldigem Aufschwung

12. März 2021 09:32

Zürich - UBS-Ökonom Alessandro Bee rechnet mit einer robusten Erholung der Weltwirtschaft ab dem zweiten Quartal. Insgesamt dürfte die globale Wirtschaft 2021 um rund 6 Prozent wachsen. Die amerikanische Wirtschaft dürfte stärker zulegen als jene der Eurozone.

UBS-Ökonom Alessandro Bee prognostiziert in einem Video-Bericht gute Aussichten für die Weltwirtschaft. Demnach dürfte die globale Wirtschaft 2021 um 6,3 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr ist sie aufgrund der Corona-Krise insgesamt um 3,5 Prozent geschrumpft.

Die Wirtschaft der Industriestaaten dürfte laut Bee nach einem Rückgang um 5,1 Prozent im Vorjahr nun wieder um 5,1 Prozent zulegen. Die Lokomotive der Industriestaaten seien die USA. Die amerikanische Wirtschaft dürfte den Schätzungen des Ökonoms zufolge um gar 6,3 Prozent zulegen, nach einem Minus von 3,5 Prozent im Vorjahr. Die USA dürften laut Bee vor allem vom Fiskalpaket des neuen Präsidenten Joe Biden sowie dem „relativen raschen Fortschritt“ im Impfprogramm profitieren.

Im Gegensatz zu den USA sei der Impffortschritt in Kontinentaleuropa dagegen „schleppend“. Bee betont auch, dass die Eurozone sehr hart von der Corona-Krise getroffen wurde. Insgesamt rechnet er für die Eurozone mit einem Wirtschaftswachstum in der Höhe von 5 Prozent im Jahr 2021. Im Vorjahr ist die Wirtschaft der Eurozone um 7,2 Prozent geschrumpft.

Die Schweizer Wirtschaft sei im vergangenen Jahr vergleichsweise gut von der Corona-Krise davongekommen. Sie ist lediglich um 3,2 Prozent geschrumpft. Dies sei auch der „sehr soliden Pharmaindustrie“ zu verdanken. Die Schweiz habe deswegen in diesem Jahr auch weniger Erholungspotenzial. Bee rechnet mit einem Wirtschaftswachstum in der Höhe von 3,6 Prozent.

Die Erholung der Weltwirtschaft dürfte laut Bee vor allem im zweiten Quartal einsetzen. Bis dahin dürften in den meisten Industriestaaten die älteren Personen geimpft sein. Entsprechend könnten die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie gelockert werden.

Als Folge der Corona-Krise denken Unternehmen laut Bee über Massnahmen nach, um ihre Wertschöpfungskette besser abzusichern. Die UBS hatte diesbezüglich im Sommer eine Umfrage unter 2500 Unternehmen durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge denken 30 Prozent der Firmen über solche Massnahmen nach. Bei Unternehmen, die verstärkt auf Importe oder Exporte fokussieren, liegt der Anteil sogar bei 60 bis 80 Prozent. Allerdings überlegen sich Unternehmen vor allem Massnahmen wie mehr Vorausplanung und eine Erhöhung der Lagerbestände. Nur die Wenigsten wollen die Produktion in die Schweiz zurückholen. Es dürfte laut Bee also keine Deglobalisierung stattfinden. ssp

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