Trump treibt Berufsbildung voran

16. Juni 2017 10:47

Washington - US-Präsident Donald Trump will den Ausbau von Berufsbildungsprogrammen in den USA vorantreiben. Dabei kann er sich auch auf Programme Schweizer Unternehmen in den USA stützen.

Donald Trump führt zumindest in einem Bereich die Arbeit seines Vorgängers Barack Obama weiter: in der Förderung der Berufsbildung. Der US-Präsident hat eine neue Verordnung unterzeichnet, welche zur Schaffung von Berufsbildungsprogrammen in den USA beitragen soll. Ziel ist es, Unternehmen beim Ausbau von Berufsbildungsangeboten zu unterstützen und für solche Programme zu werben. Den Angaben des Weissen Hauses zufolge sind in den USA nur 11 Prozent der Arbeitgeber der Meinung, dass Hochschuleinrichtungen Studenten auf die Aufgaben in ihrem Unternehmen vorbereiten. Mit den Berufsbildungsprogrammen soll die Ausbildung besser auf das vorhandene Arbeitsangebot abgestimmt werden. Ein Vorteil sei zudem, dass mit der Berufsbildung die in den USA sehr hohen Studiendarlehen wegfallen.

Laut einem Artikel im „Wall Street Journal“ will die Trump-Administration die staatlichen Beiträge für Berufsausbildungsprogramme auf 200 Millionen Dollar im Jahr verdoppeln. Dies zu einer Zeit, in der Trump die Ausgaben in vielen anderen Bereichen des Arbeitsministeriums senken will.

Bei der Ankündigung der neuen Initiative war auch das Genfer Mineralölhandelsunternehmen Mercuria dabei, das bereits ein erfolgreiches Berufsbildungsprogramm in den USA aufgebaut hat. Mit dem Programm will Mercuria auch Universitätsabgänger und Kriegsveteranen besser in die Arbeitswelt integrieren. Aufgebaut hat es sein US-Berufsprogramm nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit den US-Behörden und der Schweiz. Es basiert auf dem „historischen Schweizer Konzept“. Nun will das Unternehmen sein Berufsbildungsangebot in den USA weiter ausbauen. „Wir wollen die nötigen Qualifikationen bieten, welche die amerikanische Wirtschaft am meisten braucht“, so Daniel Jaeggi, Präsident von Mercuria.

Auch rund 30 andere Schweizer Unternehmen bringen das Konzept der Berufsbildung in die USA, darunter der Versicherer Zurich und der Ostschweizer Anlagenbauer Bühler. Bundesrat Johann Schneider-Ammann war in der Amtszeit von Obama gleich zweimal im Weissen Haus zu Gast, um die Schweizer Berufsbildung zu erläutern. ssp

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