Tourismusallianz fordert Planungssicherheit

01. September 2020 10:02

Bern - Wegen der Corona-Krise verschärfe sich die finanzielle Situation im gesamten Tourismussektor weiter. Darauf haben Vertreter zahlreicher Verbände am Montag bei einem Treffen mit Bundespräsidentin Sommaruga hingewiesen. Was sie bräuchten, seien Planungssicherheit und offene Grenzen.

Vertreter von zehn Tourismusverbänden, die unter dem Dach des Schweizer Tourismus-Verbands (STV) organisiert sind, trugen ihre Sorgen am Montag bei einem Treffen mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Bundes-Vizepräsident Guy Parmelin und Bundesrat Alain Berset in Bern vor. Zwar gebe es zahlreiche Feriendestinationen, die seit Ausbruch der Pandemie von hohem Gästeaufkommen profitiert haben, schreibt der STV in einer Medienmitteilung. „In der Gesamtbetrachtung steht die Branche aber vor existenziellen Herausforderungen.“ 

In einem gemeinsamen Positionspapier skizzieren sie kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen, die dem Schweizer Tourismus unter die Arme greifen sollen. Im Kern fordern sie weitere finanzielle Unterstützung. „Vielen touristischen Betrieben, die vor der Krise wettbewerbsfähig gewesen sind, fehlt heute unverschuldet die Luft zum Atmen“, heisst es dort. Deshalb solle etwa die Kurzarbeitsentschädigung für Mitarbeitende mit unregelmässigen Einsätzen oder befristeten Arbeitsverträgen verlängert werden. Zudem müsse das COVID-19-Solidarbürgschaftsgesetz zeitnah um ein Instrument zum vollständigen oder teilweisen Erlass von Rückzahlungen einfacher COVID-Notkredite bis 500'000 Franken ergänzt werden.

Im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf seien Gastronomie, Hotels, Bergbahnen und Naturparks auf Planungssicherheit angewiesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die erarbeiteten Schutzkonzepte hätten ihre Tauglichkeit während der Sommersaison 2020 unter Beweis gestellt. Im Hinblick auf eine „entlang der gesamten Wertschöpfungskette funktionierende Herbst- und Wintersaison ist es aus Sicht der Tourismusallianz zentral, keine weiteren Restriktionen hinnehmen zu müssen“.

Ein wesentlicher Punkt sei zudem die Erhaltung der Reisefreiheit. Daher habe die Allianz gegenüber dem Bundesrat – „soweit dies aus epidemiologischer Sicht möglich ist" – für offene Grenzen plädiert, insbesondere im europäischen Raum. mm

Mehr zu Tourismus

Aktuelles im Firmenwiki