Thomas Jordan verteidigt Negativzinsen

23. Januar 2020 14:05

Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält Negativzinsen weiterhin für notwendig, betonte SNB-Chef Thomas Jordan in einem Interview. Laut einer neuen Studie haben Schweizer Banken in den vergangenen fünf Jahren über 8 Milliarden Franken an Negativzinsen an die SNB abgeliefert.

SNB-Chef Thomas Jordan hält Negativzinsen angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage weiterhin für notwendig. Dies betonte er am Donnerstag in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Für die SNB sei die Zinsdifferenz zum Euroraum wichtig. Bei Bedarf könnten die Zinsen auch weiter gesenkt werden, so Jordan. Die SNB sei sich den Nebenwirkungen der Negativzinsen bewusst und versuche, diese zu minimieren.

Die SNB hat die Negativzinsen vor fünf Jahren eingeführt, um gegen eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Frankens vorzugehen. Laut einer Studie, welche das deutsche Fintech-Unternehmen Deposit Solutions im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt hat, haben Schweizer Banken in dieser Zeit bereits 8 Milliarden Franken an Negativzinsen gezahlt. Allein im vergangenen Jahr belief sich dieser Betrag auf 2 Milliarden Franken. Damit sei der bisherige Höchststand erreicht worden. Die Studie zeigt auch, dass das Verhältnis zwischen der Höhe der Beträge und dem Gewinn der Banken höher ist als in der Eurozone. Im Jahr 2018 haben die Banken in der Schweiz etwa 13 Prozent ihrer Vorsteuergewinne an die SNB abgeliefert. Währenddessen betrug dieser Wert in der Eurozone im Durchschnitt 5,6 Prozent. ssp

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