Tessiner haben die meisten Corona-Antikörper

29. September 2020 12:47

Lugano/Manno TI - Insgesamt 11 Prozent der Tessiner Bevölkerung waren bereits mit dem Coronavirus in Kontakt und haben Antikörper dagegen entwickelt. Es ist die landesweit höchste Zahl. Das zeigen erste Ergebnisse der Studie Corona Immunitas Ticino.

Durchschnittlich 11 Prozent der 210'000 Tessinerinnen und Tessiner zwischen 20 und 64 Jahren waren bereits mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert und haben eine Immunantwort entwickelt. Es ist die landesweit höchste Zahl, wie es in einer Medienmitteilung von Universität der italienischen Schweiz (USI) und Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) heisst. Im Vergleich dazu lag die Seroprävalenz (Vorkommen von Antikörpern im Blut) im Kanton Waadt bei 7 Prozent, in Basel bei 4 Prozent und in Zürich bei 3 Prozent. Die Zahlen basieren auf deckungsgleichen Tests in verschiedenen Landesteilen. 

Im Tessin zeigt sich auch eine regionale Vielfalt der Seroprävalenz: Während sie in Locarno knapp über 15 Prozent liegt, beträgt sie in Bellinzona rund 10 Prozent. Die übrigen Gebiete bewegen sich dazwischen. Bei Frauen zwischen 20 und 35 Jahren steigt sie auf 18 Prozent an, bei Männern und Frauen zwischen 50 und 64 Jahren liegt sie bei rund 10 Prozent.

Dies sind erste Ergebnisse der repräsentativen Studie Corona Immunitas Ticino zur Seroprävalenz des Coronavirus im Tessin. Sie wurde vom Institut für öffentliche Gesundheit der Universität der italienischen Schweiz und des Departements für Betriebswirtschaft, Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Südschweiz durchgeführt. Die Studie ist Teil der nationalen Initiative Corona Immunitas Ticino. Sie wird von der Swiss School of Pubic Health geleitet. USI und SUPSI sind Gründungsmitglieder. Unterstützt wird die Untersuchung vom Bundesamt für Gesundheit, mehreren Kantonen und zahlreichen Unternehmen.

Seit Juli 2020 sind 8000 Personen im Alter zwischen fünf und 104 Jahren zur Teilnahme an der Studie Corona Immunitas Ticino eingeladen worden. Die Blutproben wurden vom Institut für Forschung in der Biomedizin, das der USI angegliedert ist, und dem Labor für angewandte Mikrobiologie der SUPSI durchgeführt. Anschliessend sind sie am Universitätsspital Lausanne wiederholt worden.

Ziel der Studie ist es, die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus und die Entwicklung der Immunität zu messen. Darüber hinaus soll sie auch über die sozialen, wirtschaftlichen, psychischen und physischen Folgen der Epidemie Aufschluss geben. Für diese Untersuchung wird ein serologischer Test „von höchster Qualität“ verwendet, der vom Universitätsspital Lausanne und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne entwickelt wurde.

In diesem September hat die zweite Studienphase begonnen. Dabei werden 2000 Personen unter 20 Jahre und ebensoviele über 65 Jahre getestet. Wie es in der Mitteilung heisst, wisse man noch sehr wenig über diese Altersgruppen. mm 

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