Synthetischer Treibstoff der Empa hat globales Potenzial

08. Juni 2021 12:58

Dübendorf ZH - An der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wird die nachhaltige Herstellung von Methan erprobt. Dafür hat sie ein verkürztes Verfahren entwickelt. CO2 und Wasser werden der Umgebungsluft entzogen. In Wüsten wären für die Produktion Gigawatt-Anlagen denkbar.

Die Empa untersucht an ihrem Mobilitätsdemonstrator move derzeit ein neues Verfahren zur nachhaltigen Herstellung von synthetischem Methan. Dieser Treibstoff könnte entscheidend zur Verkehrswende beitragen, wenn etwa der Schwerverkehr damit CO2-frei würde. Kleinere Anlagen könnten in der Schweiz im Sommer mit überschüssigem Solarstrom Methan produzieren. In der Wüste, wo Sonnenenergie immer zur Verfügung steht, hat dieses jüngste Syngas-Projekt des move laut einer Mitteilung der Empa globales Potenzial. Dort liesse sich das move-Model eventuell zu Gigawatt-Anlagen hochskalieren.

Zunächst haben die Forschenden die Methanisierung selbst entscheidend verkürzt und vereinfacht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren sind nicht mehr mehrere Methanisierungsstufen notwendig, um das aus Kohlendioxid und Wasserstoff entstandene Methan vom ebenfalls produzierten Wasser zu trennen. Das an der Empa entwickelte Verfahren, die sorptionsverstärkte Methanisierung, ist ein einstufiger Prozess. „Das gasförmige Produkt kann also ohne zusätzliche Reinigung direkt ins Gasnetz eingespeist und zum Beispiel für das Betanken von Gasfahrzeugen genutzt werden“, so Christian Bach, Leiter der Empa-Abteilung Fahrzeugantriebssysteme.

Die CO2 für die Herstellung des Wasserstoffs wird ebenso wie das dafür notwendige Wasser mit einem CO2-Kollektor von Climeworks, einer Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, der Umgebungsluft direkt vor Ort entnommen. Dabei soll nun noch der Wärmebedarf des Kollektors aus der Abwärme gespeist werden, die durch Wasserstofferzeugung und Methanisierung entsteht. Der Aufbau der Anlage sei auf Mitte nächsten Jahres geplant, so Brigitte Buchmann, Empa-Direktionsmitglied und strategische Leiterin von move. „Rund ein Jahr später wollen wir das erste Fahrzeug betanken, mit Methan aus Sonnenenergie.“ mm

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