Swissmem will länger Liquiditätshilfen

11. Mai 2020 11:16

Zürich - Swissmem erwartet ab April einen massiven Einbruch für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM). Deshalb fordert der Branchenverband eine Verlängerung von Überbrückungskrediten und Kurzarbeit.

Die am Montag von Swissmem veröffentlichten Zahlen des ersten Quartals für die MEM-Industrie sind ernüchternd. Die Auftragseingänge sanken um 2,0 Prozent, die Umsätze um 5,7 und der Export um 8,4 Prozent. Doch diese Zahlen spiegeln laut einer Medienmitteilung nur die Situation vor dem coronabedingten Lockdown wider. 

Als erste Konsequenz aus dem Lockdown ist im April nach Angaben der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) die Kapazitätsauslastung in den Betrieben auf tiefe 80,9 Prozent gesunken. Da die negativen Auswirkungen die MEM-Branche erst im zweiten und dritten Quartal voll treffen werden, fordert Swissmem eine Verlängerung der Frist für die Beantragung von Überbrückungskrediten.

Zudem müsse die Bezugsdauer für Kurzarbeit erhöht und die Innovationsfähigkeit gefördert werden. Deshalb solle der Forschungsbetrieb an den Hochschulen wieder aufgenommen werden. Deren Zusammenarbeit mit Unternehmen „ist für die Innovations- und damit mittel- und langfristig für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz essenziell“.

Ausserdem hofft der Verband auf eine Aufhebung der Industriezölle. Allein dies würde für die MEM-Branche eine jährliche Kostenersparnis von 125 Millionen Franken bedeuten. Das „wäre ein starkes Zeichen der Unterstützung für die Industrie in der Schweiz“, so Swissmem-Präsident Hans Hess. Zudem setzt der Verband auf eine grosszügige kantonale Handhabung der Reiseerleichterungen für Spezialisten, Techniker und Kunden aus EU-Staaten und Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). mm

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