Swissmem fordert rasche Umstellung von Gas auf Heizöl

22. Juli 2022 14:03

Zürich - Der Dachverband Swissmem fordert zur Vermeidung einer Gas-Mangellage in der Schweiz die sofortige Umstellung von Gas auf Heizöl in der Industrie. Der Bundesrat müsse Anreize dafür schaffen und CO2-Auflagen aussetzen, wenn diese mit Öl nicht einzuhalten sind.

Swissmem fordert vom Bundesrat rasches Handeln zum Verhindern einer Gas-Mangellage. Angesichts der Unsicherheit der Gasversorgung in Europa sei die Umstellung von Gas auf Heizöl in der Industrie sofort zu realisieren, heisst es in einer Medienmitteilung des Dachverbands der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.

Da Russland zu wenig Gas nach Europa liefere, können die Gasspeicher voraussichtlich nicht ausreichend gefüllt werden, um den Bedarf in den Wintermonaten zu decken und die Gasversorgung in der Schweiz im Winter 2022/23 sei gefährdet, heisst es von Swissmem.

Der Bundesrat müsse deshalb handeln, fordert Swissmem. Konkret müssten umgehend Anreize zum Einschalten von Zweistoffanlagen geschaffen werden, damit jene Industrieunternehmen, bei denen das möglich ist, im Landesinteresse von Gas auf Heizöl umstellen. Konkret müsse der Bundesrat die Zielvereinbarungen zur CO2-Reduktion für die Dauer der Krise aussetzen, weil diese nach Umschalten auf Heizöl nicht mehr eingehalten werden können.

Die Industrie sei zur Erzeugung von Prozesswärme existenziell auf Gas angewiesen, etwa beim Schmelzen oder Härten von Metall. Ohne Gas werde es zu Produktionsunterbrüchen und Ausfällen kommen, welche zu Entlassungen und Schliessungen ganzer Betriebe führen könnten. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre immens, argumentiert Swissmem.

Einige Firmen seien allenfalls nicht in der Lage, solche Zusatzbelastungen zu stemmen. Sie benötigten deshalb finanzielle Anreize vom Bundesrat, um die Umstellung im Landesinteresse und der Versorgungssicherheit umgehend vorzunehmen. Den Unternehmen sollten bei der Umschaltung auf Öl keine finanziellen Nachteile entstehen. Heizöl sei heute teurer als Gas, heisst es in der Mitteilung von Swissmem. gba 

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